Je 150'000 Franken für compliant concept, BioVersys und InSphero

Der Heuberger Winterthurer Jungunternehmerpreis geht in diesem Jahr ausnahmslos an Firmen, die neue medizinische Produkte entwickeln. BioVersys aus Basel, compliant concept aus Dübendorf und InSphero aus Zürich heissen die glücklichen Gewinner, alles ehemalige venturelab-Absolventen und Gewinner bei venture kick. Sie erhalten je 150‘000 Franken sowie ein kostenloses Coaching über drei Jahre.

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Die Gewinner gratulieren sich gegenseitig

Bis zuletzt blieb geheim, wer das Rennen macht. Rund 150 Startups aus der ganzen Deutschschweiz hatten sich beworben. In einem mehrstufigen Selektionsverfahren schafften es sechs innovative und erfolgsversprechende Jungunternehmen ins Finale. Neben den genannten Gewinnern zählten RaceGear, Limmex und Zurich Instruments zu den Finalisten.

BioVersys: neue antibakterielle Medikamente
Mit einem Sieg hätte er nicht gerechnet, meinte Marc Gitzinger, Mitgründer von Bioversys, freute sich aber umso mehr darüber. Sein Startup hat sich zum Ziel gesetzt, bekannte Antibiotika wieder resistent zu machen. Dazu hat BioVersys eine Screening Technologie entwickelt, mit der nach kleinen chemischen Molekülen gesucht werden kann. Diese verhindern, dass das Bakterium den Antibiotika-Angriff überhaupt erkennt. Dadurch kommt es gar nicht mehr zum Start des ganzen Abwehrmechanismus und die relevanten Gene im Bakterium bleiben ausgeschaltet. So kann Bioversys die gesamte Abwehrreaktion von einem Bakterium auf ein bestimmtes Antibiotikum unterbinden.

compliant concept: gegen das Wundliegen
Um Druckgeschwüre durch Wundliegen zu vermeiden, müssen Patienten regelmässig umgelagert werden - bis anhin eine zeitintensive Beschäftigung für das Pflegepersonal. compliant concept hat nun ein innovatives Therapiesystem entwickelt. Ein spezieller Lattenrost und eine neue Matratze sorgen dafür, dass die bettlägerige Person sanft und beständig umgelagert wird. Die Konstruktion aus flexiblen Materialien ahmt die Bewegungen eines gesunden Menschen im Schlaf nach. Dank der Konstruktion werden die Patienten in ihrer Restaktivität stimuliert und das Pflegepersonal wird zeitlich und körperlich entlastet.

InSphero: organotypische Mikrogewebe
Nicht mehr als drei Monate ist es her, als InSphero die venture kick Jury zu überzeugen vermochte und bereits 130‘000 Franken dieses Jahr abräumte. Das Startup hat sich der Herstellung und dem Vertrieb von hochwertigen organotypischen Mikrogeweben verschrieben, die dem echten menschlichen Körpergewebe sehr nahe kommen. Die sogenannten Micro Tissues können für eine effizientere Medikamenten-Entwicklung eingesetzt werden, was wiederum die Medikamententests verbilligen und vereinfachen soll.

Einer der bedeutendsten Jungunternehmerpreise
Mit einem Preisgeld von total 450’000 Franken handelt es sich beim Heuberger Winterthurer Jungunternehmerpreis um einen der bedeutendsten Startup-Förderpreise der Schweiz. Die drei Gewinnerteams erhalten je 150‘000 Franken, allerdings muss ein Drittel des Betrags in der Region Winterthur investiert werden. Zusätzlich zum Preisgeld erhalten die drei Startups während drei Jahren ein kostenloses Coaching. Stifter des Preises ist Robert Heuberger, der 1954 als innovativer Jungunternehmer zusammen mit seiner Frau Ruth die Siska Heuberger Holding AG gegründet hat. Das bis heute erfolgreiche Unternehmen gehört zu den renommiertesten Immobilienanbietern der Schweiz.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.