Die Gewinner des Heuberger Winterthur Jungunternehmerpreises 2011 stehen fest

Am Freitagabend sind in Winterthur die Gewinner des Heuberger Winterthur Jungunternehmerpreises 2011 ausgezeichnet worden, darunter zwei venture leaders und venture kick Gewinner von diesem Jahr: Aeon Scientific und Winterthur Instruments. Die venturelab-Startups sind in der Medizinaltechnologie bzw. der Mechatronik beschäftigt.

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Gesucht und gefunden: Winterthur Instruments bekommen 150'000 Franken. Im Bild (v.l.n.r.): CEO Andor Bariska und CTO Nils A. Reinke
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Ebenso Gewinner: das Team von Aeon Scientific (v.l.n.r.): CTO Brad Kratochvil, Product Manager Dominic Frutiger und CEO Dominik Bell

Im Beisein von Bundesrätin Doris Leuthard und knapp 200 Gästen ist in Winterthur zum fünften Mal der von Robert und Ruth Heuberger gestiftete Winterthurer Jungunternehmerpreis vergeben worden. Ausgezeichnet wurden die zwei TOP 100 Startups Aeon Scientific AG aus Zürich und die die lokale Winterthur Instruments AG, sowie Agile Wind Power AG aus Ossingen, die ein neues Systems für den Betrieb von grossen Windkraftanlagen entwickelt haben. Die Gewinner erhalten je 150'000 Franken Preisgeld für den Aufbau beziehungsweise die Entwicklung ihrer Jungunternehmen sowie während zweier Jahre ein kostenloses Coaching.

Aeon Scientific: Navigationssystem für Herzkatheter
Nach mehrjähriger Arbeit ist es dem jungen Team von Aeon Scientific (Platz 95 bei den TOP 100) gelungen, eine einzigartige Technologie zu entwickeln, die es ermöglicht, kleinste Mikroinstrumente im Körper des Menschen kabellos fern zu steuern. Dank elektromagnetischen Impulsen können nun Katheterspitzen unter bester Kontrolle innerhalb vom Herz gesteuert werden. Die einzigartige Plattform soll in Zukunft auch dort zum Einsatz kommen, wo es schwer ist, an den Krankheitsherd zu kommen, wie z.B. in der Augenmedizin. CEO Dominik Bell, der auch den Finanzierungs-Workshop venture plan von venturelab absolviert hat, konnte in diesem Jahr enorm von seiner Reise in die USA als venture leader profitieren, bei der es besonders von der amerikanische «Think Big» Mentalität gelernt und es geschafft hat, einen klaren Fokus auf sein Business zu bekommen. Dies hat auch bei der venture kick Initiative geholfen, bei dem das Jungunternehmen im Sommer 130'000 Franken gewonnen hat und zusätzlich eine finanzielle Unterstützung von der Gebert Rüf Stiftung und der Volkswirtschaftsstiftung gewonnen werden konnte.

Winterthur Instruments: Neues Messsystem entwickelt
Ebenso vor ein paar Monaten venture kick Gewinner und als venture leader in Boston ist CTO Nils A. Reinke. Mit seinem Partner und CEO Andor Bariska haben sie ein neuartiges Verfahrens zur berührungslosen Messung von Beschichtungen entwickelt - eine Revolution für die industrielle Produktion. Denn ihre thermische Schichtprüfung ermöglicht eine neue Hochgeschwindigkeits-Infrarot-Sensorik, mit der – selbst bei nassem Beschichtungen – zerstörungsfreie und berührungslose Messungen auf Metall-, Plastik-, Keramik- oder Holz-Untergrund möglich werden. Die Industrie profitiert dabei von einer durchgängigen Qualitätsprüfung, schneller Produktionskontrolle und somit massiver Zeit- und Materialeinsparung. Auch für das ZHAW-Spin-off (Platz 87 bei den TOP 100) war venturelab ein optimaler Wegbegleiter für ein erfolgreiches Geschäftsleben. So haben die beiden Jungunternehmer die Startup-Kurse neben venture leaders auch die Startup-Kurse venture challenge, venture plan und venture training absolviert: «Wir sind als Forscher gestartet und wurden damit richtigen Unternehmern gemacht. Alles Wichtige haben wir hier gelernt, wovon wir bis jetzt ungeheuer profitieren konnten.»

Alle drei weitere Finalisten auch von venturelab
Drei weitere Finalisten erhielten zudem für ihre viel versprechende Geschäftsideen je 50'000 Franken für ihre Unternehmungen, die auch alle im TOP 100 Ranking zu finden sind: CAScination AG (venture leaders Gewinner 2010, Platz 37 /TOP 100) hat ein Verfahren entwickelt, das die Orientierung in der Leber während Operationen unterstützt. Bcomp Ltd. (venturelab-Alumni, Platz 67 /TOP 100) produziert Verbundsstoffe auf der Basis von nachwachsenden Materialien aus denen ein Hightech-Werkstoff z.B. für Skikerne ensteht. Die Thelkin AG (venture leaders Gewinner 2011, Platz/71) mit dem Gründer und CEO Thorsten Schwenke ist dagegen es gelungen, das Prüfen orthopädischer Implantate mittels eines neuen Verfahrens präziser und wirtschaftlicher zu gestalten. Alle diese Startups waren zudem auch im venture kick Finale. Die 130'000 Franken «geknackt» haben Bcomp und Thelkin, ebenso in diesem Jahr.

Über den Heuberger Winterthur Jungunternehmerpreis
Mit einem Preisgeld von total CHF 600’000 ist der von der Standortförderung Region Winterthur organisierte Heuberger Winterthur Jungunternehmerpreis einer der bedeutendsten Jungunternehmerpreise der Schweiz. Prämiert werden Geschäftsideen, Produkte oder Dienstleistungen aus der gesamten Deutschschweiz mit einem hohen Innovationsgrad und Wachstumspotenzial. Der Preis wurde zum fünften Mal durch die Robert und Ruth Heuberger Stiftung vergeben. In diesem Jahr sind 136 Bewerbungen eingegangen, welche von der Standortförderung Region Winterthur in Zusammenarbeit mit einem Selektionspartner begutachtet worden sind. Die sechs Finalisten haben ihre Unternehmung zudem zwei Mal einer separat zusammengesetzten Jury - der Fachjury im Halbfinale und der Finaljury - präsentiert.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.