Biotechnostics und DistalMotion im Finale

Biotech und Medtech sind die beiden Sparten, die es bei venture kick ins Finale geschafft haben. Die Startups dahinter: das Uni Basel Spin-off Biotechnostics und das EPFL Spin-off DistalMotion. Biotechnostics will auf das Leiden von Patienten abgestimmte Diagnostikprodukte herstellen; DistalMotion um den venture leaders Gewinner Ricardo Beira entwickelt eine chirurgische Plattform, die u.a. den Eingriff bei Prostatakrebs erleichtern soll.

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Erfolgreiche «venture kicker»: Jochen Kinter (Biotechnotics); Ricardo Beira, Lionel Flaction (DistalMotion)

In der ersten Runde ging es noch um die Business-Idee, in der zweiten war nun der konkrete Business-Case gefragt, der die Jurymitglieder – diesmal ganze 16 Experten aus Industrie und Investment – überzeugen sollte. Das Rennen machte diesmal Dr. Jochen Kinter (Neuromuskuläres Forschungslabor, Uni Basel) und Ricardo Beira (EPF Lausanne).

Die beste Medizin für Jedermann 
Die richtige Therapie für den richtigen Patienten zur richtigen Zeit. So lautet das Credo des Biotech-Startups Biotechnostics. Das Startup um Mitgründer und CEO Dr. Jochen Kinter von der Uni Basel entwickelt genetische Testmethoden, um Medikamente personalisiert verabreichen zu können, die für den Einzelnen besser wirken.. Denn bisher liegt die Ansprechquote von Medikamenten bei bestimmten Krankheiten oft nur bei 25-30%. Die sogenannte Multiplex PCR (Polymerase Chain Reaction) Technology von Biotechnostics erlaubt dabei die präzise Analyse von Biomarkern, die Resultate bereits am gleichen Tag liefert. Der erste Forschungsprototyp erlaubt die exakte Diagnose von  Muskeldystrophien. Bisher konnten neben venture kick bereits die Neuromuscular Research Association Basel und die Nachwuchsförderung der Universität Basel als Förderungspartner-Partner gewonnen werden. Die nächsten Schritte sind nun  die Aufstockung des Teams und die weitere Arbeit an dem Prototyp.

Eine neue Generation des Operierens
Das EPFL-Spin-off DistalMotion um Ricardo Beira und Lionel Flaction entwickelt eine mechanische Roboter-Plattform für eine neue Generation minimal-invasiver Chirurgie. Durch das Gerät kann der Chirurg in Zukunft mit mehr Präzision und zudem kostengünstiger in der Bauchhöhle operieren. Der Chirurg erhält mehr Feedback über den Operationsvorgang, der Patient profitiert von weniger Schmerzen, besseren Ergebnissen und kürzeren Krankenhausaufenthalten. Der Maschinenbauingenieur Ricardo Beira hat bereits während seiner Promotion an neuartigen Mikro-Mechanismen für ferngesteuerte Manipulatoren gearbeitet. Nach dem Abschluss der Doktorarbeit und dem dazugehörigen Wissen, will er nun – auch dank der Unterstützung von venture kick – mit seinem Partner  Lionel Flaction und DistalMotion richtig durchstarten.

Beide Startups venturelab-Laufbahn eingeschlagen
Die geförderten Projekte konnten in der Vergangenheit auch von dem Startup-Programm venturelab profitieren. Dr. Jochen Kinter nutzte dabei die ganze Klaviatur der verschiedenen Ausbildungsmodule – vom ersten Startup-Abend über den Unternehmer- und Semesterkurs venture challenge bis hin zu dem intensiven Startup-Trainungs venture plan und venture training für Wachstum und Finanzierung. Ricardo Beira konnte zudem zusätzlich von venture leaders profitieren durch das er in diesem Jahr als Teil der Schweizer Startup Nationalmannschaft an einem Business-Development-Program in Boston teilnahm.

Bereits über CHF 7 Mio. bei venture kick ausgeschüttet
venture kick fördert unternehmerische Projekte aus den Hochschulen mit bis zu CHF 130‘000. Seit 2007 haben 190 Startup-Projekte von über CHF 7 Mio. Startkapital und Coaching profitiert. Daraus sind 140 innovative Firmen mit weit über 1000 neuen Arbeitsplätzen entstanden.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.