UrbanFarmers: Megafirma mit Minifarm?

Zwei weitere innovative Startups haben bald die Chance auf die Gesamtsumme von 130‘000 Franken bei der Förderinitiative venture kick. Darunter sind das Informatikunternehmen Bug Busters und das schon etwas bekanntere Startup-Projekt UrbanFamers. Die Vision einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion mitten in der Stadt bekam bereits ein grosses Medienecho in TV und Tagespresse.

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Erfolgreich und im Finale (v.l.n.r.): Die Jungunternehmer von UrbanFarmers (Andreas Graber und Roman Gaus) und Bug Busters (Dr. Olivier Crameri und Renault John Lecoultre)

Vor kurzem tourte das Cleantech-Startup UrbanFarmers mit ihrer UrbanFarmers BOX – einer Art Containerfarm – durch die Schweiz und Deutschland, jetzt kamen die Zürcher auch bei venture kick damit an. Die Idee von Stadtfarmen für eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion hat nun das nächste Mal die Chance auf dem Gesamtsieg über 130‘000 Franken. Von der «grünen Idee» berichtete u.a. bereits das Schweizer Fernsehen oder die NZZ, der Spiegel, die Zeit Online und die Sonntagszeitung.

Den eigenen Garten samt Fischzucht auf dem Dach
Die Idee der Dachfarmen zielt auf das steigende Bedürfnis, umweltgerecht zu produzieren. Die Bewegung dazu kommt aus Amerika. Das Konzept wollen nun Andreas Graberund Roman Gaus jetzt auch in der Schweiz erfolgreich etablieren. Der technische Hintergrund dafür ist das sogenannte Aquaponik – ein geschlossener Wasserkreislauf, der einen Fischtank für die Bewässerung und Düngung von Gemüse nutzt. Bei einem Bewirtungsaufwand von ein bis zwei Stunden pro Tag soll die UrbanFarmers BOX 200 Kilogramm Gemüse und 60 Kilo Fisch pro Jahr produzieren. Nach dem erfolgreichem Überstehen der ersten Runde von venture kick hat sich bei dem jungen Projekt einiges getan. Es folgten Meetings mit der MIGROS und Google, eine erste finanzielle Unterstützung durch die Christoph Merian Stiftung (CMS) und schliesslich die Neugründung der UrbanFarmers AG im Juli. Die Lizenz für die Technik liegt bei der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaft (ZHAW).

Nächstes Jahr erste kommerzielle Dachfarm in Basel
Der Bedarf einer solchen Idee ist einleuchtend: der Bedarf an Lebensmittel wird aufgrund des weltweiten Populationsanstiegs in Zukunft weiter wachsen, dazu kommt ein hoher Qualitätsanspruch und der Trend für nachhaltig ökologische Konzepte. Geplant ist der Einsatz der UrbanFarmers BOX u.a. für grössere Hausgemeinschaften oder Genossenschaften, Restaurants oder Schulen. In Basel soll Mitte 2012die erste grössere kommerzielle Dachfarm ihren Betrieb aufnehmen, , die mehrere Tonnen Gemüse und Fisch pro Jahr produziert und bis zu 100 Personen vollernähren könnte. Bis dahin sind noch weitere Entwicklungen geplant. Derzeit suchen die Urbanfarmers noch Kontakte zu Baupartnern, Immobilienentwicklern und möglichen Investoren. Ausserdem wird ob sofort ein Head of Project Development mit einem Hintergrund in Architektur, Bauwesen und Immobilienentwicklung gesucht, der die kommerziellen UrbanFarm-Projekte mit verantwortet. Nicht suchen, aber betrachten kann man das die UrbanFarmers BOX zurzeit am Hub Zürich in der Nähe zur Josephswiese. Für nähere Infos, Führungen oder Ausstellungen steht das Startup gerne zur Verfügung, genauso wie für das Finale von venture kick in wenigen Monaten.

Mit Bug Busters Programmfehlern auf der Spur
Das EPFL-Startup Bug Busters entwickelt Testroboter für Web-Applikationen, die den bisherigen manuellen und automatisierten Tests weit voraus sind. Mit der neuen Testtechnik lassen sich nun viel schneller, einfacher und mehr Programm-Bugs aufspüren. Somit kann ein grosser Teil der bisher sehr aufwendigen und teuren Testkosten eingespart werden – und das in einem Markt, der immer noch rasant wächst und immer wichtiger wird. Verantwortlich für die Roboter-Test-Methode zeigen sich CEO Dr. Olivier Crameri und CTO Renault John Lecoultre. Die Beiden haben bereits Kunden für ihr Pilotprojekt, internationale Partner und weitere Geldgeber gefunden, um den Launch für den Frühling im nächsten Jahr weiter voranzutreiben. Da die «Roboter-Software» kostengünstig als Software as a Service (Saas) zur Verfügung gestellt werden soll, ist sie für Entwickler besonders attraktiv. Die 20‘000 Franken von venture kick sollen nun für die Kunden- und Partnersuche – vor allem in den USA – genutzt werden. Ebenso muss noch ein eigener Internetauftritt realisiert werden. Um sich für das eigene Business fit zu machen hat Olivier Crameri zudem im letzten Jahr den Unternehmerkurs venture challenge absolviert.

Bereits über CHF 7 Mio. bei venture kick ausgeschüttet
venture kick fördert unternehmerische Projekte aus den Hochschulen mit bis zu CHF 130‘000. Seit 2007 haben 190 Startup-Projekte von über CHF 7 Mio. Startkapital und Coaching profitiert. Daraus sind 140 innovative Firmen mit weit über 1000 neuen Arbeitsplätzen entstanden.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.