Die 3D- und Gastro-Revolution

Mit Vizago aus Basel und der Gastros AG aus dem Technopark Zürich haben es zwei vielversprechende Startups ins venture kick Finale geschafft. Sie konnten gestern die Jury überzeugen und werden in den nächsten Monaten nun weiter mit ihren Projekten Gas geben. Denn dann geht es um die Gesamtsumme von 130‘000 Franken. Um sich zusätzlich für die Unternehmerwelt fit zu machen, nutzen die beiden Gründer das Programm von venturelab.

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Finale für Vizago (v.l.n.r. Matthias Amberg, Reinhard Knothe) und Gastros (Timo Hafner)

Matthias Amberg von der Uni Basel und Timo Hafner von der Uni St. Gallen sind bei venture kick eine Runde weiter und haben nun die Chance im Finale zusätzlich 100‘000 Franken für die Finanzierung ihres Startups zu gewinnen. Wir stellen die erfolgreichen Teilnehmer kurz vor, die Neues für die 3D- bzw. Gastronomiewelt entwickelt haben.

Vizago Research GmbH: Das eigene Gesicht in 3D
Der Informatiker Matthias Amberg, letztes Jahr den Master an der Uni Basel abgeschlossen, und Reinhard Knothe, an der Uni Basel doktoriert, bieten mit einem 3D-Renderingverfahren ganz neue Möglichkeit fürs Internet. Ihre webbasierte Software wandelt ein einziges Profilbild in ein persönliches 3D-Gesicht um, das sich auch über 360 Grad betrachten lässt. Der Einsatz könnte ein neues Zeitalter im Internet bedeuten. So wäre es in Zukunft möglich, dass man Kleidung an seinem «digitalen Klon» gleich im Internet «anprobieren» kann. Doch auch für die Games-Branche könnte die Technik zukunftsweisend sein. War es bisher möglichen seinen Charakter nur mit den gewöhnlichen Attributen nach Wunsch zu personalisieren, könnte man bald mit dem eigenen Gesicht in die Spielewelt eintauchen.

Der erste Kunde und die nächsten Kurse
Neben dem Erfolg bei venture kick hat das Spin-Off der Uni Basel auch einen weiteren grossen Schritt in Richtung Zukunft gemacht. Vor kurzem wurde der erste Kunde gefunden, der die Technik der Informatiker einsetzen wird. «So können wir beweisen, dass unsere Technik wirklich funktioniert und haben einen idealen Showcase», freut sich Matthias Amberg.Am Ende des Monats wird die Webseite von Vizago fertig sein und die jetzt gewonnenen 20‘000 Franken werden auch zum Teil ins Marketing gehen. «Angemeldet haben wir uns wegen dem Geld, mitmachen tun wir wegen den Kursen, dem Feedback und dem Know-how das vermittelt wird. Denn das ist Gold wert», meint der frische Unternehmer. Deswegen besucht er im März auch den Workshop venture plan und hat in der Vergangenheit schon weitere venturelab-Kurse besucht.

Gastros: Die neue Generation von Warmhalte-Systemen
Timo Hafner studiert zwar nochBetriebswirtschaft an der Uni St. Gallen, aber «hauptberuflich» ist der Jungunternehmer schon dick im Geschäft. Mit seinem InductWarm®-System hat er nicht nur eine energie- und damit kosteneffiziente Lösung, sondern auch eine besonders zeitsparende Alternative zu den bekannten Warmhalte-Elementen aus Metall entwickelt, die man vom Buffet in Restaurants, Kantinen oder Catering-Anlässen kennt. Diese sollen aber bald der Vergangenheit angehören. Denn das neue Induktionssystem bürgt auch für einen besseren Geschmack, da man zwischen vier verschiedenen Stufen die Speisen je nach Gericht unterschiedlich warm halten kann – und das besonders stilvoll in Porzellanschalen mit verschiedenen Grössen. Getestet wurde das System fast zwei Jahre im Hilton Hotel in Nürnberg und München und für so gut befunden, dass auch alle anderen Hiltons Interesse bekunden. Doch auch viele andere Hotelketten sind schon «heiss» auf die neue Warmhaltetechnik, die jetzt im März bereit für die Markteinführung ist.

Schon als Teenager die Idee im Kopf
Schon während der Schulzeit hatte der sehr physikinteressierte Jungunternehmer die ersten Idee für sein System im Kopf und viel Zeit mit einem Elektrotechnik-Professor von der HTWG Konstanz verbracht. Dank der vielen Partner und Unterstützer in den letzten Jahren geht es für Timo Hafner jetzt so richtig los. 2009 wurden die zwei Patente für sein System und das Porzellan angemeldet, im Dezember letzten Jahres wurde im Technopark in Zürich die Gastros AG gegründet. Ausgezeichnet wurde er vor kurzem mit dem Gastro Vision Förderpreis für das innovativste Produkt 2011. Jetzt warten die nächsten Finanzierungsrunden und in ein paar Monaten bereits das venture kick Finale.

Hilfe bei venture kick und venturelab gefunden  
«venture kick hat mir gezeigt, worauf es beim Pitchen wirklich ankommt und durch das kickers camp dazu gebracht, Chancen im Businessmodel auszuarbeiten und Schwächen zu eliminieren. Die Angebot von venture kick oder venturelab bestechen durch ihre Ganzheitlichkeit, da man in beeindruckender Weise immer wieder gepushed wird, sein Unternehmen Stück für Stück voran zu bringen.» So war er von venture plan im letzten September in Zürich besonders von der vielfältigen Zusammensetzung der Dozenten begeistert, die die verschiedenen Unternehmensbereiche und Aufgaben perfekt mit den Teilnehmern erarbeitet haben. Einiges an Arbeit wartet jetzt auch auf Timo Hafner, aber der engagierte und begeisterte Jungunternehmer wird sich darauf freuen.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.