Weiter geht’s für Kandou und Winterthur Instruments

Bei der Förderinitiative venture kick geht es gerade Schlag auf Schlag: Vor einer Woche gab es die ersten Gewinner des neuen Jahres, nun wollen zwei weitere Projekte diesen Erfolg wiederholen. Die Rede ist vom venturelab-Startup Winterthur Instruments und von Kandou Technologies. Die beiden Unternehmen stehen nun im Finale, in dem es um die Gesamtsumme von 130‘000 Franken geht.

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Im venture kick Finale (v.l.n.r.): Amin Shokrollahi (Kandou Technologies), Nils A. Reinke und Andor Bariska (Winterthur Instruments)

Weiterhin die Chance auf das gesamte Startkapitel von venture kick haben zwei erfolgsversprechende Startups. Winterthur Instruments, gegründet von Dr. Nils A. Reinke und Dipl.-Ing. Andor Bariska, beschäftigt sich mit einer neuen Hochgeschwindigkeits-Infrarotsensorik für die zuverlässige und einfache Bestimmung von Schichteigenschaften. Aber auch ein «alter Hase» will es nochmal wissen: Prof. Amin Shokrollahi, der bereits über 50 Patente und 100 Publikationen sein Eigenen zählt, überzeugte die Jury mit einer verheissungsvollen Technik, mit der in Zukunft der Energieverbrauch elektronischer Geräte deutlich gesenkt werden soll. In der zweiten Runde des Förderwettbewerbs sollen die Teilnehmer ihren Business Case vorstellen und die aktuelle Entwicklung mit den zukünftigen Zielen zeigen.  

Ein wichtiger Schritt für die mobile Freiheit
Wer kennt das nicht: Bei reger Nutzung von iPhone & Co hält der Akku nicht allzu lange – die hochauflösende Bildschirme und ständige Internetverbindung saugen kräftig Strom. Damit in Zukunft technische Geräte viel länger «aushalten»hat sich Amin Shokrollahi, Professor der EPFL, zum Ziel gesetzt einen neuen Standard zu etablieren. Mit dem Startup Kandou Technologies in Lausanne will er mit Dr. Harm Cronie (CTO) und seinem Entwickler-Team den Energieverbrauch von elektronischen Geräten deutlich senken und den Benutzern noch weitere Vorteile bieten. Dafür werden über einen neuen Sendeempfänger mehr Bits durch die Leitung gejagt. So lässt sich Energie sparen und dazu noch die Geschwindigkeit des Gerätes erhöhen. Und das um ein Vielfaches. Von der Technik profitieren besonders auch Computer, Server oder Router. Drei zusätzliche Entwickler konnte man in den letzten Wochen für sich gewinnen, mit potentiellen Kunden laufen bereits Gespräche. Nun sollen ein weiterer Prototyp des Chips, neue Feldstudien und weitere Patente folgen.  

Winterthur Instruments: Neues Messsystem entwickelt
Die Reise bei venture kick geht auch weiter für den CTO von Winterthur Instruments Dr. Nils A. Reinke und seinem Partner und CEO Andor Bariska. Der bisherige Weg ging dabei venturelab, dessen Programm die beiden bereits intensiv genutzt haben. So nahmen die Jungunternehmer bereits an venture ideas, venture plan und venture challenge teil. Sie konnten die Jury mit einer Methode beeindrucken, mit der eine einfache Kontrolle von Beschichtungen durch eine thermische Schichtprüfung möglich ist. Dass Messsystem wurde an der ZHAW School of Engineering in Winterthur entwickelt. Das Verfahren ist schnell, zerstörungsfrei und dazu berührungslos. Die ersten Systeme stehen zu Demonstrationszwecken schon bereit, jetzt soll das Fördergeld in weitere Tests und ins Marketing investiert werden, um weitere Kunden und auch auch mögliche Investoren zu überzeugen.  

Mehr über venture kick
Ziel der Initiative ist es, die Zahl der Unternehmensgründungen an Universitäten, technischen Hochschulen und Fachhochschulen zu verdoppeln. Dazu wird ein Startkapital von bis zu 130‘000 Franken ausgerichtet. Monatlich erhalten jeweils acht Projektteams die Chance, sich vor einer Jury, bestehend aus erfolgreichen Unternehmern und Investoren, zu präsentieren. Die vier Gewinner erhalten je 10'000 Franken und qualifizieren sich automatisch für die zweite Runde drei Monate später. Dort geht es um 20'000 Franken, die wiederum an die «bessere Hälfte» der Projektteams ausgeschüttet werden. In der dritten Runde sind dann nach weiteren sechs Monaten die letzten 100'000 Franken zu gewinnen.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.