Countdown zu den ACES Spin-off Awards: ein Interview

Nur noch zwei Wochen, dann stehen Sie fest: die Gewinner für den europäischen Spin-off-Preis ACES. Unter den Nominierten: ganze vier Startups der ETH Zürich. Eine Zahl, die Hoffnungen und die Vorzeigestellung der Schweizer Startup- und Hochschulszene in Europa umso deutlicher macht. Vor dem Showdown am 3. Februar in Zürich blicken wir kurz auf die vier Finalisten und sprechen mit einem der Ausrichter des Events.

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Konferenz, Gala und die besten Spin-offs Europas - auf der ACES in Zürich

Anfang Februar wird an der ETH Zürich der europäische Spin-off Preis ACES (Academic Enterprise Awards) verliehen und europäische Jungunternehmen aus dem universitären Umfeld in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet. Ganz vorne dabei ist heuer die ETH selbst: Sie stellt unter den 18 Finalisten vier Unternehmen, die beste Chancen auf einen Award haben: InSphero, Dybuster, Climeworks und Mirasense. Aber auch sonst haben die vier Spin-offs etwas gemein – alle haben sie die Karriereschmiede von venturelab durchlaufen.

Die venturelab-Teilnehmer mit dem gewissen Kick
Was genauso auffällt: Ausser Dybuster nahmen alle an der Förderinitiative venture kick Teil und holten sich am Ende die Gesamtsumme von 130‘000 Franken. Wichtiges Startkapital um besonders in den Anfängen mehr Geld in die Entwicklung stecken zu können, um schneller auf dem Markt und der Konkurrenz voraus zu sein. Doch auch sonst haben die erfolgreichen Jungunternehmen vieles unternommen, um voranzukommen. So ging es für die Gewinner von venture leaders, als Teil der Schweizer Startup-Nationalmannschaft nach Bosten, um das zehntätige Business-Development-Programm zu absolvieren.

Konferenz + Gala + Europas heisseste Startups = ACES 2011
Die ACES an der ETH Zürich ist nach Paris Ende 2009 auch in diesem Jahr der Treffpunkt für alle Investoren, Business Angels und Führungskräfte aus Politik, Forschung und Industrie. Also eine hervorragende Möglichkeit, direkt seine Fragen loszuwerden, neue Partner zu finden oder für sich selbst die Trends für die Zukunft zu entdecken. Wir haben Gail Edmondson, Organisator von ACES, um ein Interview gebeten.  

venturelab: «Ganze vier Schweizer Startups sind dieses Jahr für die ACES-Awards nominiert, und sind somit quasi unter den Top18 in Europa. Gibt es dafür eine Erklärung?»
Gail Edmondson: «Die ETH Zürich geniesst in Bezug auf ihre Forschungsexzellenz und die grosse technische Breite einen hervorragenden Ruf. So überrascht es nicht, dass es vier Schweizer Startups unter den Finalisten gibt. Über die letzten zwei Jahre hat die Finalistengruppe bei Wettbewerben über Grossbritannien, den Niederlanden, den Benelux-Ländern und auch hoch im Norden ordentlich abgeräumt, so dass es wirklich fantastisch ist, dieses Mal solche ausgezeichneten Kandidaten aus der Schweiz zu haben, die den Wettbewerb aufmischen.»

venturelab: «Warum lohnt es sich am 3. Februar nach Zürich zu kommen und die ACES zu besuchen?»
Gail Edmondson: «Die ACES Awards sind das erste gesamteuropäische Programm, das alle Jungunternehmer/Innen an Universitäten einbezieht, die bereits am Campus ihr Spin-off gestartet haben. Die hochrangige Konferenz bringt zudem jedes Jahr akademische und industrielle Führungskräfte, Manager für den Technologietransfer und politische Entscheider zusammen, um die Jungunternehmen aus den Universitäten und Hochschulen zu unterstützen, Erfahrungen auszutauschen und natürlich auch die Scheinwerfer auf die Sieger leuchten zu lassen. Jeder der Gewinner wird seinerseits ein Vorbild für andere Jungunternehmer anderer Universitäten sein und so erwarten wir für dieses Jahr auch eine ganze Reihe Studenten von ausserhalb. So ist die Konferenz ein grossartiger Treffpunkt für alle, die Interesse an dem regen Unternehmertreiben an den Universitäten haben.»

venturelab: «Was sind Ihre persönlichen Erwartungen an die Veranstaltung?»
Gail Edmondson: «Ich erwarte einen sehr lebhaften Austausch von Ideen, wie man Jungunternehmer aus dem universitären Umfeld in einer Zeit von schrumpfenden Budgets unterstützen kann. Eine Forumsdiskussion wird die Herausforderungen von «Open Innovation» näher beleuchten, ein sehr angesagtes Modell, um neue Ideen schneller auf den Markt zu bringen.  Eine andere zielt auf Eco-Innovation: die Europäische Kommission prognostiziert für die Europäische Industrie einen Markt von rund 500 Milliarden, wenn es um alternative Energien geht. Hier wird gezeigt, wie Unternehmer und Startups an Kapital für Ihre Innovationen in der CleanTech-Branche kommen.»

venturelab: «Auf welchen Speaker freuen Sie sich am meisten?»
Gail Edmondson: «Ich freue mich besonders auf Daria Tataj, Vorstandsmitglied des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie (EIT), die von neuen Methoden sprechen wird, wie europäische Innovationen gefördert werden können. Das EIT wurde 2008 gegründet, um den Wissenstransfer vom Labor zum Markt auf Touren zu bringen. Letzten Monat wurde ein Meilenstein erreicht, indem das EIT die erste Vereinbarung mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie unterzeichnete, um die "Knowledge and Innovation Communities (KICs)“ ins Leben zu rufen, ein grenzübergreifendes Netzwerk in ganz Europa für Forschung und Austausch. Gleichermassen freue ich mich, CIT-Präsident Walter Steinlin zu hören, der die Schweizer Methoden vorstellt, wie universitäre Spin-offs unterstützt werden.»

venturelab: «Es gibt bei den ACES sechs Preiskategorien – welche Sparte hat für Sie zukünftig das grösste Potential?»
Gail Edmondson: «Es ist unmöglich vorauszusagen, welche Technik in Zukunft die grösste Bedeutung in der Gesellschaft haben wird. Durchbrüche in den Bio- oder Energiewissenschaften, der ICT-Branche oder der Chemie- oder Materialwissenschaften – sie alle werden die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, im Hinblick auf den Klimawandel, neue Energiequellen und der individuellen Gesundheitsfürsorge annehmen müssen. Dabei sticht der Bridge Award heraus, der für Individuen bestimmt ist, die sich am meisten für das Jungunternehmertum in Universitäten oder öffentlichen Forschungsinstituten einsetzen, andere zum Handeln inspirieren und somit einen grossen Multiplikatoreffekt haben. Die Bridge Award Finalisten lassen nicht nur die Zahl der Startups wachsen, sie steigern auch die Wertschätzung der Gesellschaft, in der Jungunternehmer eine dynamische Rolle spielen, um das wirtschaftliche Wachstum anzukurbeln. Diese Art von kulturellem Bewusstsein ist bedeutend, um das Klima für Startups zu verbessern. Ein OECD-Bericht für Innovation im Mai letzten Jahres macht sich für eine Veränderung stark, wie die nächste Generation von Studenten ausgebildet werden soll, einschliesslich der Einführung von Unternehmerkursen innerhalb der Studienpläne von Hochschulen und Universitäten. Einige europäische Länder, wie z.B. Finnland, beginnen schon diesen Vorschlag umzusetzen. Aber die meisten europäischen Gesellschaften sehen das Unternehmertum als «Risiko» und nicht als bevorzugten Karriereweg. Die Bridge Award Finalisten tragen dazu bei, die Wahrnehmung der Gesellschaft dahingehend zu verändern,dass Jungunternehmer eine bedeutende Rolle spielen.»

venturelab: «Herzlichen Dank für das Interview, Frau Edmondson.»

Das sind die ETH-Finalisten für die ACES 2011
InSphero vertreibt dreidimensionale Zellkulturen, die in hängenden Tröpfchen gezüchtet und darin vielzellige Gebilde eines beliebigen Zelltyps herangezogen werden. Für das Business gezüchtigt hat sich Gründer Jan Lichtenberg u.a. von venture plan und venture training. Dybuster hat ein Programm entwickelt, das Personen mit einer Lese-Rechtschreibschwäche hilft, was in mehreren wissenschaftlichen Studien erfolgreich nachgewiesen wurde. Die beiden ETH-Doktoranden Christoph Gebald und Jan Wurzbacher wollen dagegen mit Climeworks Kohlendioxid aus der Luft filtern und als Rohstoff nutzen. Genützt haben ihm auf seinem Weg u.a. die venturelab Module venture challenge und venture plan. Das Mirasense-Team hat zudem eine Software für Handys entwickelt, mit der man Barcodes scannen kann und so Informationen über das betreffende Produkt erhält. Mitgründer Samuel Müller hat seine Geschäftsidee ein Semester lang mit dem Kurs venture challenge ausgefeilt.

Über ACES – die Academic Enterprise Awards
Der ACES-Preis wird von Science-Business, einem in London und Brüssel ansässigen Medienunternehmen verliehen. Teilnahmeberechtigt sind alle Jungunternehmer, die an einer Hochschule oder einem Forschungsinstitut entwickelte Technologien einsetzen. Die beteiligten Spin-offs kommen aus den Bereichen Life Science, Informations- und Kommunikationstechnologie, Chemie, Materialwissenschaften, Energie und Umweltwissenschaften.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.