Das sind die nächsten venture kick Finalisten

Die ersten venture kick Finalisten des neuen Jahres stehen fest. Nach vier starken Präsentationen konnten sich zwei Projektteams in der zweiten Runde des Förderwettbewerbs durchsetzen. Die (zukünftigen) Startups «Gonnado» und «Pomelo» bekommen in einigen Monaten die Chance auf die Gesamtfördersumme von 130'000 Franken. In der Zwischenzeit können nun dank der neuen Finanzspritze die nächsten Steps vorgenommen werden.

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Eine Runde weiter - die venture kick Teilnehmer Basilio Noris und Samuel Maeder

Zwei spannende Innovations-Teams aus Lausanne und Bern waren die Gewinner der zweiten venture kick Etappe. Im Oktober letzten Jahres schon bei der ersten Runde erfolgreich und mit 10‘000 Franken ausgezeichnet, konnten nun weitere 20‘000 Franken für die nächsten Schritte gewonnen werden. Aber nicht nur Kapital ist wichtig, auch die Unterstützung und das Coaching in den sogenannten kickers camps zahlen sich für die angehenden Jungunternehmen aus. Wir stellen die beiden Gewinner kurz vor.

Pomelo: Eye-Tracking für den Supermarkt
Ich sehe was, was du nicht siehst – doch am liebsten ist es natürlich den Marketingverantwortlichen, wenn ihre Produkte in den Regalen von allen gesehen werden. Um die Sichtbarkeit oder auch Aufmerksamkeitsstärke von Produkten zu analysieren haben der Informatiker Basilio Noris und der technische Entwicklungsmanager Jean-Baptiste Keller eine Eye-Tracking Kamera entwickelt, die einfach auf der Stirn getragen werden kann. Diese «WearCam» kann die Bewegungen des Auges nachverfolgen und Aufschlüsse über die Auffälligkeit von Gegenständen liefern. Das System wurde an der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) entwickelt und ist nun bereit für den ersten professionellen Einsatz. Im Warenhaus Manor liefen bereits die ersten Tests.

Am kickers camp hat’s Klick gemacht
Das Team aus Lausanne gab zu, dass sich nach dem ersten kickers camp ihre Denkweise entschieden geändert hat: «Das kickers camp hat uns überhaupt erst einmal die Augen geöffnet und klar gemacht: wir sind jetzt nicht mehr in erster Linie Ingenieure und Techniker – wir haben es jetzt mit einem Business Case zu tun.» sagt Noris. Sein Kollege Keller bestätigt: «Um den Schlüssel für das Business zu finden, mussten wir erst einmal lernen die Technologie zu vergessen und uns darum kümmern, welche Services wir anderen nun bieten können.» Jetzt geht es in den nächsten Monaten darum, den ersten Vertrag mit einem Kunden abzuschliessen, wofür derzeit schon Verhandlungen geführt werden. Erst nach einer offiziellen Studie, z.B. mit einem bekannten Marketing- oder Marktforschungsinstitut, kann sich die Methode beweisen. Ende des Monats soll nun die Firma gegründet werden.

Gonnado: Die Freizeit- und Tourismusplattform der Zukunft
Das Beste einer lokalen Suche, kombiniert mit einem Social Network – so lautet die Idee von Samuel Maeder. Der Betriebswirtschaftler aus Bern will mit seiner Online-Community Gonnado (Kurzform von „going to do“) die erste umfassende Plattform für Freizeitaktivitäten schaffen, die allen Menschen das Entdecken, Planen und Teilen von vielseitigen Freizeitideen ermöglicht – und das weltweit. Die User können sich verabreden, sich über Freizeitmöglichkeiten informieren und sich natürlich gegenseitig inspirieren oder auch Menschen mit den gleichen Interessen finden.  Der Reiseführer von morgen dient somit auch perfekt als Kommunikationskanal für grosse und kleine Freizeit- und Tourismusanbieter. Die Betaversion ist seit einiger Zeit online, viele Medien haben schon berichtet – auch aufgrund einiger PR-Events, wie der Fotomarathon in Zürich, Bern und Basel. Der eigentliche Marktstart soll nach der Gründung der GmbH im Februar stattfinden.

Von venturelab viel mitgenommen
«Alles was geht», hat Samuel Maeder während seiner Studienzeit von venturelab mitgenommen. So hat er z.B. die 5-Tages-Kurse venture plan und venture training absolviert und von dem Strategie-Workshops und Intensiv-Training profitiert. Aber auch von der enormen Unterstützung anderer Startups aus der Schweizer Gründer-Szene ist man überwältigt und hofft, später die eigenen Erfahrungen weitergeben zu können. So netzwerkt man mit den bekannten Startups Doodle, Atizo oder auch mit der Ausgangsplattform usgang.ch. Auch wenn man bereits seit Längerem mit vollem Einsatz und schon einigen Mitarbeitern dabei ist, war man trotzdem überrascht: In den letzten Wochen ist die Zahl der User auf der Plattform auf über 25.000 angestiegen. Also wird es dringend Zeit, die Serverkapazitäten zu erhöhen. Da kommt das Fördergeld von venture kick gerade recht. Aber auch an der Usability der Seite wird gearbeitet und es sind weitere Marketingaktionen geplant. Maeder bestätigt abschliessend: «Durch venture kick haben wir gelernt, den Fokus auf unsere zentrale Aussage zu legen». Die überzeugende Präsentation bestätigt, dass sie alles richtig gemacht haben.

Über die Förderinitiative venture kick
Die GEBERT RÜF STIFTUNG, die ERNST GÖHNER Stiftung, die OPO-Stiftung und die AVINA STIFTUNG finanzieren die private Initiative venture kick. Die operative Leitung des Projekts liegt beim IFJ Institut für Jungunternehmen in St. Gallen. Ziel der Initiative ist es, die Zahl der Unternehmensgründungen an Universitäten, technischen Hochschulen und Fachhochschulen zu verdoppeln. Bisher wurden 157 Projekte finanziert, die durch den «Kick» bereits ein Finanzierungsvolumen von über 100 Millionen Franken erwirtschaften konnten. Teilnahmeberechtigt sind Ideenträger/innen aus schweizerischen Universitäten, technischen Hochschulen und Fachhochschulen (Studierende, Doktoranden, Professoren etc), die ihr Unternehmen noch nicht gegründet haben. Bewerbungen sind jederzeit möglich.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.