Jungunternehmer verkauft amiando an XING

Und es hat Xing gemacht – für geschätzte 10,35 Millionen Euro wurde amiando in der letzten Woche an die Internetplattform Xing verkauft. Das Startup für Online-Eventmanagement- und Ticketing wurde vor vier Jahren von dem Zürcher Marc P. Bernegger und fünf weiteren Kollegen in München gegründet. Wir wollten wissen, wie es nun weitergeht und haben nach der Erfolgsformel gefragt. Denn amiando war nicht sein erster Coup.

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Grund zur Freude: Marc P. Bernegger (links) mit seinem Gründerteam von amiando

Er ist nicht nur dick im Geschäft, sondern mit 31 Jahren auch schon ein alter Hase, was das Online-und Startup-Business angeht. Und so ist es auch kein Zufall, dass er in diesem November beim «Swiss ICT Award» auch als «Newcomer of the Year 2010» ausgezeichnet wurde. Die Rede ist von Marc P. Bernegger, der schon vor zehn Jahren als Student das Partyportal usgang.ch ins Leben gerufen und später an die Axel Springer AG verkauft hat. Nun war es für Bernegger wieder einmal soweit, sein Baby zu verkaufen: Zum 1.1.2011 geht amiando in die Xing AG über – für einen Kaufpreis von bis zu 10,35 Millionen Euro. Marc P. Bernegger über die Vorsätze fürs neue Jahr, sein Erfolgsrezept und den persönlichen Gewinn aus der schweizerisch-deutschen Zusammenarbeit.

Marc, was war dein erster Gedanke, als du von dem Xing-Angebot gehört hast?
«Xing ist bereits ein Kunde von amiando, mit dem wir schon länger partnerschaftlich zusammenarbeiten. So wurden die zukünftigen Synergien und Möglichkeiten immer klarer ersichtlich, was schlussendlich zu den Übernahmegesprächen geführt hat.»

Viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Bei der Gründung vor vier Jahren ward ihr zu sechst. Wie lautet nun dein Fazit?
«Rückblickend sehe ich mehr Vor- als Nachteile. Durch das grosse Gründerteam konnte man bereits zu Beginn alle wichtigen Aufgaben intern verteilen und war nicht auf externe Kräfte angewiesen.»

Du hattest bereits mit usgang.ch Erfolg und hast ihn jetzt mit amiando. Was inspiriert dich?
«Für mich persönlich ist das Unternehmertum eine Passion und ich sehe die Umsetzung unternehmerisches Ideen als Weg zur persönlichen Selbsterfüllung.»

Gibt es auch unternehmerische Entscheidungen, die Du in den letzten Jahren bereut hast?
«Rückblickend ist das natürlich immer sehr einfach, allerdings hätte ich in einigen Situationen durchaus noch etwas mutiger und risikofreudiger sein können.»

Alle Mitarbeiter sollen ja von XING übernommen – was wird aus Dir?
«Wie bereits damals bei usgang.ch, wo ich nach dem Verkauf nicht mehr operativ involviert war, werde ich auch jetzt wieder neue Ideen umsetzen. Ich bin seit kurzem im Advisory Board von Next Generation Finance Invest und werde dort mein Engagement im neuen Jahr weiter ausbauen. Ausserdem werde ich Anfang 2011 zusammen mit Partnern eine neue Web-Plattform starten. Näheres dazu gibt es bald in meinem Blog zu lesen.»

Siehst du deine Zukunft auch im Online-Geschäft oder kannst du dir auch etwas komplett Anderes vorstellen?
«Mit mittlerweile über zehn Jahren Erfahrung als Web-Unternehmer ist das Online-Geschäft sicher mein Umfeld, dem ich weiter treu bleiben werde. Allerdings reizt mich durchaus Neues.»

Du bist Mitglied in der venture kick Jury, eine private Förderinitiative für High-Tech-Startups aus dem Hochschulumfeld. Gibt es gerade Startups, denen du den Durchbruch zutraust?
«Ich bin selber bereits bei einigen Startups beteiligt, welche sich alle sehr schön entwickeln, aber natürlich halte ich weiterhin die Augen offen für neue und spannende Ideen und Gründerteams.»

Welche Eigenschaft sollte ein Jungunternehmer aus deiner Sicht zu 100% mitbringen?
«Durchhaltevermögen, denn oft dauert es länger als geplant, bis sich bei einem eigenen Unternehmen der gewünschte Erfolg einstellt. Bis dahin nicht aufzugeben und weiterzukämpfen ist sicher eine sehr wichtige Eigenschaft.»

Du warst unter den sechs Gründungsmitgliedern der einzige Schweizer – der Rest kam aus Deutschland: Ist dir ein kultureller Unterschied aufgefallen, von dem so oft die Rede ist?
«Ich habe in den rund vier Jahren in München bei amiando sicher einiges gelernt. Die direkte Art, welche in Deutschland geschäftlich üblich ist, war als Schweizer zu Beginn sicher gewöhnungsbedürftig. Doch diese Eigenschaft habe ich mittlerweile auch sehr schätzen gelernt: man redet nicht mehr um den heissen Brei herum und muss nicht mehr verzweifelt nach einen guten Schweizerischen Kompromiss suchen, der am Ende keine Seite zufrieden stellt.»

Über amiando
14.amiando ist Pionier für Online-Eventregistrierung und Ticketing und gehört zu den wenigen Internetunternehmen aus Deutschland, die sich auch auf internationaler Bühne einen Namen gemacht haben. 2006 gestartet, ist amiando heute das europaweit führende Online-Tool, um professionelle Eventorganisation zu vereinfachen. amiandos Produkte helfen den Organisatoren von Events aller Art und Grösse dabei, ein Niveau von Professionalität zu erreichen, das bisher Grosskonzernen und Eventagenturen vorbehalten war. Mehr als 100.000 Events weltweit nutzen amiando bereits, darunter prestigeträchtige Namen wie BMW, die UNESCO, Telefónica O2 und das führende Technologie-Blog TechCrunch. Für seine innovativen Produkte wurde amiando mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter durch das World Economic Forum in Davos als «Technology Pioneer 2010» und mit dem «eco Internet Award». Die Firma wird von den renommierten Venture Capital-Gesellschaften Wellington Partners, AdInvest und einem Netzwerk internationaler Business Angels unterstützt.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.