ETH Spin-off im venture kick Finale

Aeon Scientific, ein Spin-off der ETH Zürich, hat die zweite Runde der Förderinitiative venture kick überstanden. Das Startup, das erst im Oktober 2010 gegründet und auch von venturelab unterstützt wurde entwickelt medizinische Mikroinstrumente mit denen gezielt Medikamente abgegeben werden können – besonders an die Orte, die schwer zu erreichen sind. So sind die ersten Anwendungen auch für die Augenmedizin geplant.

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So klein, dass man es kaum sieht: ein elektromagnetisches System – der Kern der Technologie von Aeon Scientific

Das kann ins Auge gehen – was im Volksmund ein Ausdruck des Scheiterns ist, nützt das Zürcher Jungunternehmen zu seinem Vorteil. Und das mit bisher beeindruckendem Erfolg: nach mehrjähriger Arbeit ist es dem jungen Team gelungen, eine einzigartige Technologie zu entwickeln, die es ermöglicht, kleinste Mikroinstrumente im Körper des Menschen kabellos fern zu steuern. Mit dieser Technik werden z.B. minimal-invasive Behandlungen direkt im Auge ermöglicht. In Zukunft sind so schwere Augenleiden behandelbar, die zur Blindheit führen können. Aber auch für die Steuerung von Kapselendoskopen ist die Methodik einsetzbar.   

Die Alternative für die Behandlung von Augenleiden
Das Produkt von Aeon Scientific stellt eine bessere Wahl zu den gewöhnlichen Behandlungsmethoden in der Augenheilkunde dar. Bisher werden Medikamente in mehreren Sitzungen injektiert, was aufwendig ist und für den Patienten sehr viele Schmerzen bedeutet. Mit der neuen Anwendung gibt der Arzt zu Beginn der Behandlung nur eine Injektion ab, welche die Mikrokapsel mit dem Medikament enthält. Diese kann dann ferngesteuert an den Krankheitsherd gebracht werden.  Dort kann dann das Medikament kontrolliert und gezielt abgegeben werden. Der Vorteil: die Behandlung erfolgt nur einmalig und ist somit effizienter und auch kostengünstiger als die herkömmliche Vorgehensweise. Die Manipulation von medizinischen Objekten mit der Hilfe von mehr als sechs Elektromagneten ist bisher einzigartig und ist als Patent angemeldet. Je nach Anwendung sind die elektromagnetischen Systeme kleiner als einen Millimeter (bei der Anwendung für die Augen) oder bis zu zwei Zentimeter gross (Kapselendoskopie).

Im Discovery Channel und auf dem Siegerpodest
Das Gründerteam um CEO Dr. Dominik Bell mit Dr. Brad Kratochvil, Dominic Frutiger und Prof. Dr. Bradley Nelson konnte schon in der Vergangenheit auf sich aufmerksam machen. So fand man sich bereits in einem TV-Beitrag des renommierten Discovery Channels wieder oder auf dem Award-Treppchen von Startups.ch. Der Erfolg geht nun weiter: in dieser Woche wurde mit Bravour die zweite Runde der privaten Förderinitiative gemeistert. Das Fördergeld von 20'000 Franken kann nun für die nächsten Schritte verwenden werden, z.B. für die Anstellung von Ingenieuren als neue Mitarbeiter, der Suche nach Industriepartner und der Entwicklung des nächsten Prototyps.

Weiter geht's mit viel Elan
In ein paar Monaten winkt nun das Finale von venture kick, in der es um zusätzliche 100‘000 CHF geht. In der Zwischenzeit können sich die Jungunternehmen unter dem Coaching von erfahren Experten in den sogenannten kicker camps der Initiative fit machen. Zudem werden sie fortlaufend von einem CTI Coach und einem wissenschaftlichen Mentor eines anderen High-Tech Unternehmens betreut. Für weitere Unterstützung sorgt das Unispital Zürich, das Inselspital Bern und das Universitätsklinikum Leipzig. Um sich für sein Business vorzubereiten hat Dr. Dominik Bell im August 2010 venture plan besucht.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.