Geschafft: CHF 130'000 für das Startup Abionic

Das Startup Abionic aus Lausanne überzeugte über drei Runden die Jury des Förderprogramms venture kick und sicherte sich damit die volle Höhe des Preisgeldes. Abionic bewegt sich im Kreis der Bio- und Nanotechnologie und arbeitet innerhalb der medizinischen Diagnostik an einem persönlichen Allergieprofil. Dieses ermöglicht ein unkompliziertes und schnelles Testverfahren direkt beim Arzt.

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Das Gewinner-Team von Abionic: Hans-Ulrich Märki, Dr. Iwan Märki, Dr. Nicolas Durand

Geschätzt 100 Millionen Europäer sind laut einer Studie mittlerweile von Allergien betroffen und diese Zahl scheint stetig zu wachsen. Bisher war ein Test immer mit mehreren Besuchen beim Arzt, langen Wartezeiten auf ein Ergebnis und dem schmerzvollen Ritzen in die Haut verbunden.

Ein Tröpfchen Blut auf eine CD, ab ins Lesegerät, an den Computer – fertig.
So einfach und schnell könnte es dank Abionic in Zukunft sein. Und so erfolgsversprechend sind bisher auch die Fortschritte des privaten High-Tech-Unternehmens. Ein kleiner Blutstropfen vom Finger des Patienten reicht, um in wenigen Minuten ein persönliches Allergieprofil zu erstellen ohne das Blut erst an ein Labor schicken zu müssen. Dafür sorgt die entwickelte abioDISC, die einer CD-Rom ähnelt und in deren Mulden Biosensoren liegen. Zusammen mit dem Lesegerät abioSCOPE können, an dem Computer angeschlossen, Allergien eindeutig nachgewiesen und sogar die Identität des verursachenden Allergens bestimmt werden. Und das mit höchster Messempfindlichkeit und ohne die Anschaffung kostspieliger Laborgeräte. Das spart nicht nur dem Gesundheitswesen viel Geld, sondern dem Patienten auch viel Zeit, Nerven und den Schmerz der bisherigen Behandlungsmethoden. Das Jungunternehmen, das in diesem Jahr als Spin-Off der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) von ehemaligen Wissenschaftlern des biomedizinischen Optik Labors gegründet wurde, steht nun eine hoffnungsvolle Zukunft bereit.

Mit viel Optimismus und Unterstützung geht’s weiter
«Mit dem Fördergeld können wir jetzt den nächsten Schritt machen, um im nächsten Jahr richtig durchzustarten», freut sich Nicolas Durand, Gründer und CEO von Abionic. An das glauben auch viele andere, die er bereits mit seinem Projekt überzeugen konnte: Im Sommer erhielt Abionic u.a. den Jungunternehmerpreis 2010 der Swiss CEE, jetzt im November folgt die Auszeichnung für den Debiopharm Award. Unterstützt wurde Durand von Anfang an durch Förderprogramme wie venturelab, das Startups gezielt fördert und coacht. «Genau das war sehr wichtig», meint Durand, der nun nach Investoren sucht. Denn auch für die Zukunft hat er bereits viel vor. So könnte man sein biomedizinisches Verfahren auch für die Früherkennung von Krebs oder HIV-Viren nutzen.

Bereits mehr als fünf Mio. Franken Startup-Förderung durch venture kick
Seit Start der Initiative im Herbst 2007 hat venture kick über fünf Millionen Franken ausgeschüttet. Von der Finanzspritze haben unterdessen 145 Projektteams aus den unterschiedlichsten Bereichen profitiert: von der Medizinaltechnik über die Informations- oder Biotechnologie bis zur innovativen Sportgeräteentwicklung. Eine laufende Umfrage unter den geförderten Startups bestätigt, dass die Förderinitiative mit 91 effektiven Firmengründungen, mehr als 900 geschaffenen Arbeitsplätzen und gegen 55 Millionen Finanzierungsvolumen Wirkung zeigt.

Über venture kick
Die GEBERT RÜF STIFTUNG, die ERNST GÖHNER Stiftung, die OPO-Stiftung und die AVINA STIFTUNG finanzieren die private Initiative venture kick. Die operative Leitung des Projekts liegt beim IFJ Institut für Jungunternehmen in St. Gallen.

Ziel der Initiative ist es, die Zahl der Unternehmensgründungen an Universitäten, technischen Hochschulen und Fachhochschulen zu verdoppeln. Dazu wird ein Startkapital von bis zu 130‘000 Franken ausgerichtet. Monatlich erhalten jeweils acht Projektteams die Chance, sich vor einer Jury, bestehend aus erfolgreichen Unternehmern und Investoren, zu präsentieren. Die vier Gewinner erhalten je 10'000 Franken und qualifizieren sich automatisch für die zweite Runde drei Monate später. Dort geht es um 20'000 Franken, die wiederum an die «bessere Hälfte» der Projektteams ausgeschüttet werden. In der dritten Runde sind dann nach weiteren sechs Monaten die letzten 100'000 Franken zu gewinnen.

Die Ausrichtung der Förderbeiträge erfolgt à fonds perdu und ist nur mit einer Bedingung verknüpft: Die Auszahlung der letzten 100‘000 Franken erfolgt erst, wenn die neue Firma effektiv gegründet ist.

Teilnahmeberechtigt sind Ideenträger/innen aus schweizerischen Universitäten, technischen Hochschulen und Fachhochschulen (Studierende, Doktoranden, Professoren etc), die ihr Unternehmen noch nicht gegründet haben. Bewerbungen sind jederzeit möglich.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.