Swiss Technology Award – die Gewinner

Malcisbo, Optotune und HeiQ Materials haben es geschafft. Im Rahmen des 5. Swiss Innovation Forum wurde ihnen am 4. November 2010 der Swiss Technology Award verliehen. Der Preis steht für herausragende Leistungen im Bereich Innovation und Technologie.

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Die Gewinner des Swiss Technology Award: Carlo Centonze (HeiQ), Lino Camponovo (Malcisbo) und Manuel Aschwanden (Optotune)

Aus rund 85 Bewerbungen wurden neun Unternehmen als Finalisten nominiert. Acht davon wiesen einen venturelab-Background auf. Die Gewinner (alle aus dem Hause venturelab) kurz vorgestellt:

Malcisbo – Gewinner in der Kategorie «Seed»
Mit einer neuen Generation von Impfstoffen will das im Frühling 2010 gegründete Unternehmen Malcisbo komplexe und bisher nicht gelöste medizinische Probleme nachhaltig angehen. Während bisherige Impfstoffe hauptsächlich auf Eiweiss basieren, experimentiert das Forscherteam um Lino Camponovo und Markus Aebi mit einem anderen Stoff: Zucker. Dazu haben sie eine patentgeschützte Entwicklungsplattform entwickelt, aus der sich verschiedene Impfstoffe generieren lassen. Ein erster Impfstoff sagt dem Bakterium Campylobacter den Kampf an. Dieses Bakterium lebt im Darm von Hühnern und verseucht das Fleisch bei der Schlachtung. Dies verursacht weltweit mit Abstand am meisten Lebensmittelvergiftungen. Alleine in den USA werden die Folgekosten von Camplylobacter-Ansteckungen auf jährlich 18 Milliarden Franken geschätzt. Über die Beigabe des Impfstoffs ins Trinkwasser können Tausende von Hühnern schnell, schonend und effizient geimpft werden.

Optotune – Gewinner in der Kategorie «Startup»
Eine Linse, welche dem menschlichen Auge nachempfunden ist. Das ist das Produkt des Startups Optotune, gegründet von den ETH-Absolventen Manuel Aschwanden, David Niederer und Mark Blum. Ihre Linse, bestehend aus elektroaktiven Polymeren, ist eine Innovation mit gewaltigem Marktpotenzial. Ein zentraler Vorteil der neuen Technologie liegt darin, dass Objektive viel kompakter und preisgünstiger hergestellt werden können und in sehr vielen Bereichen – Messgeräte, Kameras, Medizin und Beleuchtung – einsetzbar sind. Zurzeit konzentriert sich Optotune auf den kommerziell besonders interessanten Handy-Markt. Dank den neuartigen Linsen ist es erstmals möglich, flache Handys mit einem echten optischen Zoom auszustatten.

HeiQ Materials – Gewinner in der Kategorie «Maturity Stage»
Das innovative Hightech-Unternehmen HeiQ, das hochleistungsfähige Zusätze für die Bearbeitung von Textilien entwickelt, hat schon zwei Produkte erfolgreich auf den Markt gebracht. Zum einen den antibakteriellen Geruchshemmer «Pure», der bei Sportkleidern und in der Spitalhygiene zum Einsatz kommt und zum anderen den Wirkstoff «Barrier», der vor Wasser, Blut, Fetten und Öl schützt. Diesen Sommer kam das Aargauer Startup weltweit in die Schlagzeilen: Ihr neustes Produkt, ein imprägniertes Vlies, kann ausgelaufenes Erdöl aufsaugen. Damit half HeiQ mit, die Erdölkatastrophe im Golg von Mexiko einzudämmen.

Mehr Infos zu den Kategorien
Dieses Jahr wurde der Swiss Technology Award erstmals in drei verschiedenen Kategorien vergeben: In der Kategorie «Seed» muss weder die Firma gegründet noch das Produkt auf dem Markt vorhanden sein. Was zählt, ist das Geschäftsmodell. In der Kategorie «Startup» muss das Unternehmen gegründet sein. Ebenfalls muss mindestens ein Prototyp existieren und die Risikofinanzierung muss sichergestellt sein. In der Kategorie «Maturity Stage» ist das Unternehmen mit anderen Produkten bereits seit längerem am Markt, hat aber ein innovatives Produkt lanciert.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.