Jungbrunnen aus der Flasche - für ein langes Leben

Gesund, alkoholfrei, limonadig und lebensverlängernd: So das Versprechen eines neuen Zürcher-Trendgetränks. Was steckt dahinter? Im Gespräch mit den Firmengründern, die bei venture kick 10'000 Franken für ihre Geschäftsidee gewonnen haben.

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Sir Mount H: gesund und erfrischend

Mit Sir Mount H wollen sich Ursula Schiefthaler, Knud Nairz und Peter Metzinger auf dem Getränkemarkt etablieren. Im Interview verraten die drei das Erfolgsrezept ihrer Erfindung.

Wie seid Ihr auf die Idee und den Namen von Sir Mount H gekommen?
«Sir Mount H steht für surmount age, also überwinde das Alter. Das ist auch schon unsere Botschaft: Sir Mount H steht für eine lebensbejahende, gesundheitsbewusste Einstellung, Genuss und Freude am Leben. Der Name kommt von der Wirkung der Soja und des Traubenextrakts auf ein Protein namens Sir2. Da wir nicht behaupten dürfen, dass es lebensverlängernd wirkt, haben wir uns entschlossen, die Botschaft zu verschlüsseln. Das hat den Nachteil, dass nicht einmal Englisch-Muttersprachliche den Namen auf Anhieb verstehen, aber den Vorteil, dass jeder, der die Botschaft einmal verstanden hat, das Getränk sicher nicht vergisst.»

Bei venture kick habt Ihr die erste Hürde gemeistert und 10'000 Franken gewonnen. Wie habt Ihr das Geld eingesetzt?
«Damit haben wir die erste Rate des Patents bezahlt.»

Man sagt Eurem Getränk einen lebensverlängernden Effekt nach? Ein Werbegag? Oder Resultat einer wissenschaftlichen Untersuchung?
«Wir können das nicht wissenschaftlich beweisen, aber wir trinken es täglich, weil wir daran glauben. Es ist aber so, dass eine Substanz aus der Sojamolke (Genistein) und die gesundheitsfördernde, alkoholfreie Substanz aus dem Rotwein, die wir zugeben – das Polyphenol namens Resveratrol – auf ein Protein namens Sir2 wirken, dieses aktivieren und dadurch die Alterung verzögern. Interessanterweise gibt es dieses Protein in allen Lebewesen, die einen Zellkern haben: von ganz einfachen Hefen, über Fliegen, Fische, zu Mäusen bis zum Menschen. Ausser beim Menschen ist die lebensverlängernde Wirkung des Resveratrols in allen Lebewesen wissenschaftlich nachgewiesen. Aber da wir auch das Sir-Protein haben, gibt es guten Grund anzunehmen, dass es bei uns auch wirkt. Das war auch der Beginn der Sir Mount H Geschichte: Wir haben mit Resveratrolen in der Drosophila experimentiert und die erstaunliche Wirkung auf die Lebensdauer selbst erforscht. Es ist faszinierend, die Lebensdauer nahm bis zu 80% zu.

Resveratrol kennt man auch als Radikalfänger und es ist erwiesenermassen kardioprotektiv, das heisst es schützt das Herz-Kreislaufsystem. Man kann es entweder auch mit Alkohol in Form von Rotwein zu sich nehmen oder als Pille. Sir Mount H hingegen ist alkoholfrei und genussvoller als eine Pille. Interessant sind auch die Rückmeldungen von Konsumentinnen und Konsumenten, die bei sich eine gesundheitsfördernde Wirkung beobachteten. Ausserdem behandeln einige Leute ihren Kater erfolgreich mit Sir Mount H.»

Wir habt Ihr Sir Mount H bekannt gemacht?
«Sir Mount H ist noch nicht so bekannt. Das ist aber auch gut so, denn unsere Strategie beinhaltet, dass wir durch unser Branding den Markt nachhaltig erobern, anstatt ein Strohfeuer zu entfachen wie zahlreiche andere Getränke, die schnell auf den Markt kommen, mit viel Werbegeld gepuscht werden und umso schneller wieder verschwinden. Geholfen hat uns in letzter Zeit aber durchaus ein Artikel im Tagesanzeiger, einer in der Appenzeller Zeitung sowie ein Radioauftritt in Radio Top.»

Wo kann man heute Sir Mount H kaufen und geniessen?
«Es sind schon zu viele, um sie hier aufzulisten, und werden immer mehr. Aber auf unserer Website www.sirmount-h.com/bezugsquellen haben wir eine vollständige Liste.

Da wir mit der Firma Biopartner einen Schweiz-weiten Distributor gewinnen konnten, kann man es theoretisch in jedem Bioladen in der Schweiz kaufen. Es lohnt sich also, im Bioladen nachzufragen. Zudem gibt es in Zürich einen Hauslieferdienst für den bequemen Genuss zuhause. Neuerdings bieten wir das auch in der ganzen Schweiz an, aber in sehr limitierter Auflage.»

Über das Team
Ursula Schiefthaler und Knud Nairz - beide Biologen - erfanden SIR MOUNT H, während Knud noch die lebensverlängernde Wirkung von Polyphenolen an der ETH erforschte. Dort war ihm die Idee gekommen, ein Getränk zu entwickeln, das diese Stoffe enthielt, aber anders als Wein alkoholfrei sein sollte. Sie entwickelten dann gemeinsam zuhause in der Küche eine Fermentationsmethode zur Verfeinerung der Sojamolke, der Grundsubstanz von Sir Mount H. In der für ihre Innovationen bekannten Appenzeller Brauerei Locher AG fanden sie einen perfekten Partner und brachten die Methode in einer ehemaligen Garage der Brauerei zur Produktionsreife. Das Verfahren ist so innovativ, dass sie es zur Patentierung einreichen konnten.

Unterstützung durch venturelab und venture kick
Das künftige Unternehmen planten sie 2006/2007 im Ausbildungsmodul venture challenge von venturelab. Im Dezember 2007 präsentierten sie ihre Idee vor der Experten-Jury von venture kick. Dabei lernten sie den Physiker Peter Metzinger kennen, einen der Jury-Experten für Marketing und Kommunikation. Mit ihm zusammen erarbeiteten sie die Positionierung, Vermarktung und Kommunikation. Peter Metzinger war von 1984 bis 1997 bei Greenpeace und lernte dort, wie man Ideen und Produkte so positioniert, dass sie Leidenschaften wecken und Fans bekommen. Seit zwölf Jahren ist er selbständig und berät Firmen und Nonprofit-Organisationen.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.