venture kick: mehr als fünf Millionen Franken ausgeschüttet

Mehr Präzision in der Knochenchirurgie dank eines Roboterarms mit Laser sowie ein innovatives Sortierungssystem, mit dem sich die Qualität von Getreide messen lässt. Für ihre innovativen Geschäftsideen erhalten die Spin-offs AOT und QualySense je 130‘000 Franken.

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AOT geht neue Wege in der Knochenchirurgie
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Glücklicher Gewinner: Francesco Dell'Endice von QualySense

Vom Labor auf den Markt: Auf diesem Weg hat venture kick die zwei Startups AOT und QualySense während neun Monaten unterstützt und sie mit unternehmerischem Know-how und einem Startkapital von je 130‘000 Franken gefördert. Mit der erneuten Vergabe von Fördergeldern hat venture kick eine weitere Millionengrenze überschritten: Seit Start der Initiative im Herbst 2007 wurden mehr als fünf Millionen Franken ausgeschüttet, 25 Startups haben den Maximalbetrag von 130‘000 Franken erhalten.

AOT geht revolutionäre Wege in der Knochenchirurgie
CARLO heisst der neue Assistent, der Chirurgen zukünftig beim Knochen flicken zur Seite stehen soll. Das Wort steht für «Computer Assisted and Robot-Guided Laser Osteotome». Dahinter versteckt sich ein Roboterarm, der mit einem Präzisionslaser ausgestattet ist und es ermöglicht, Knochen nicht nur linear, sondern in verschiedensten Formen ganz präzis zu schneiden. Laut den Firmengründern Alfredo E. Bruno, Professor Hans-Florian Zeilhofer, Professor Philippe Cattin und Dr. Philipp Jürgens eröffnen sich damit völlig neue Wege in der Knochenchirurgie.

CEO Alfredo E. Bruno meint dazu: «In den letzten Jahrhunderten hat sich die Knochenchirurgie kontinuierlich weiter entwickelt. In der letzten Zeit wurde der Schwerpunkt vor allem auf die Software gelegt. Mit CARLO gleicht sich der Stand von Hard- und Software wieder an. Die Chirurgen erhalten ein Instrument in die Hand, das ihrer Fantasie keine Grenzen setzt. Denn mit der Lasertechnik können Knochen beispielsweise in einem geometrischen Muster wie einer Zickzack-Linie geschnitten werden.» Davon profitiert schlussendlich auch der Patient. Mit Laser kommt es zu einem schnelleren Heilungsprozess und weniger Blutungen. Bis CARLO allerdings im Operationssaal zum Einsatz kommt, dauert es noch eine Weile. Zuvor steht für das Projektteam, das aus dem Basler Universitätsfeld stammt, noch eine ganze Reihe von klinischen Tests an.

Getreide nach Qualität sortieren
Aus einem ganz anderen Bereich stammt die Geschäftsidee von Francesco Dell’Endice, der sich mit seinem Startup in der EMPA Dübendorf angesiedelt hat. Der junge Unternehmer hat in kürzester Zeit ein auf komplexen Algorithmen aufbauendes System entwickelt, mit dem sich Getreidekörner in hoher Geschwindigkeit nach ihrer biochemischen Zusammensetzung sortieren lassen. Qualitativ bessere Körner, die mehr Protein enthalten, werden automatisch von Getreidekörnern mit einem geringeren Proteingehalt getrennt. Mühlen können somit qualitativ besseres Mehl produzieren, das sich zum Beispiel zur Herstellung von Teigwaren verkaufen lässt. Dementsprechend gross ist das Interesse von Firmen wie Swissmill, Molini De Vita oder Agroscope an der Erfindung von QualySense. Verhandlungen mit weiteren Partnern und Grossfirmen – auch im Ausland – sind im vollen Gange.

CEO Francesco Dell’Endice steckt sich selber hohe Ziele: «Meine Vision ist es, dass unser System in den nächsten Jahren zum Standard gehört, wenn es ums Thema Qualitätsmessung von Getreide geht.» Die ersten Schritte hat er zusammen mit Olga Mykhailova, Paolo D’Alcini, Dr. Stefan Blarer und Alberto Romaneschi erfolgreich gemeistert. Dabei hat ihm auch venture kick geholfen. «Ohne die Unterstützung von venture kick wäre QualySense heute nicht an dem Punkt, wo wir jetzt sind. venture kick hat unseren Entwicklungsprozess massiv beschleunigt.»

venture kick: über fünf Millionen Franken ausgeschüttet
Seit Start der Initiative im Herbst 2007 hat venture kick über fünf Millionen Franken ausgeschüttet. Von der Finanzspritze haben unterdessen 137 Projektteams aus den unterschiedlichsten Bereichen profitiert: von der Medizinaltechnik über die Informations- oder Biotechnologie bis zur innovativen Sportgeräteentwicklung. Eine laufende Umfrage unter den geförderten Startups bestätigt, dass die Förderinitiative mit 87 effektiven Firmengründungen, mehr als 500 geschaffenen Arbeitsplätzen und gegen 50 Millionen Finanzierungsvolumen Wirkung zeigt.

Über venture kick
Ziel der Initiative ist es, die Zahl der Unternehmensgründungen an Universitäten, technischen Hochschulen und Fachhochschulen zu verdoppeln. Dazu wird ein Startkapital von bis zu 130‘000 Franken ausgerichtet. Monatlich erhalten jeweils acht Projektteams die Chance, sich vor einer Jury, bestehend aus erfolgreichen Unternehmern und Investoren, zu präsentieren. Die vier Gewinner erhalten je 10'000 Franken und qualifizieren sich automatisch für die zweite Runde drei Monate später. Dort geht es um 20'000 Franken, die wiederum an die «bessere Hälfte» der Projektteams ausgeschüttet werden. In der dritten Runde sind dann nach weiteren sechs Monaten die letzten 100'000 Franken zu gewinnen.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.