NETS/venture leaders schaffen über 1000 Arbeitsplätze

Mehr als 1000 hochqualifizierte Arbeitsplätze und 210 Millionen Franken Finanzierungsvolumen: Das ist gemäss einer Umfrage unter den Gewinnern des Wettbewerbs venture leaders (früher NETS) die Bilanz nach 10 Jahren. Das Jubiläum feierten die erfolgreichen Startups zusammen mit Wirtschaftsvertretern und Politikern letzten Freitag in der amerikanischen Botschaft in Bern.

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von links nach rechts: Walter Steinlin (Präsident KTI), Donald S. Beyer (US-Botschafter Schweiz) und Rudolf Marty (Stiftungsratspräsident GEBERT RÜF STIFTUNG)

Seit dem Jahr 2000 erhalten jährlich 20 ambitionierte Wissenschaftler und innovative Startup-Gründer die Chance, an einem zehntägigen Business-Development-Programm in Boston, der Technologie-Hochburg an der amerikanischen Ostküste, teilzunehmen.

Programm zeigt Wirkung
Dass das Programm Erfolg hat, zeigen die Daten, die anlässlich des zehnjährigen Jubiläums erhoben wurden. Von den insgesamt 187 Gewinnern gründeten 115 eine Firma. Total wurden mehr als 1000 hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen sowie ein Finanzierungsvolumen von 210 Millionen Franken generiert. Diverse Gewinner beliessen es nicht bei einer Firmengründung, sondern gründeten weitere Unternehmen, insgesamt 28 an der Zahl.

Die Resultate der Umfrage* belegen, dass das Programm vor allem hinsichtlich des unternehmerischen Spirits einen grossen Einfluss auf die Teilnehmenden hat. Die Befragten betonen, dass das intensive Training in Boston ihren Unternehmergeist positiv beeinflusst hat und sie wichtiges unternehmerisches Know-how mit nach Hause nehmen konnten. Über die Hälfte der Gewinner bestätigen, dass das Programm ausschlaggebend für ihre unternehmerische Karriere war. So meint beispielsweise Michael Friedrich, Mitgründer von Aïmago: «Wir haben unser Startup 2008 gegründet, aber das Herz unserer Firma hat erst bei der Teilnahme am venture leaders Programm 2009 angefangen zu schlagen.»

Vor 10 Jahren Startup-Förderung noch in den Kinderschuhen
Die Ursprünge des Wettbewerbs führen zurück ins Jahr 2000, als die GEBERT RÜF STIFTUNG das Programm NETS (New Entrepreneurs in Technology and Science) lancierte. Zu diesem Zeitpunkt steckte die Schweizer Startup-Förderung noch in den Kinderschuhen. Nur vereinzelt gab es an Schweizer Universitäten Initiativen, um Studierende auf ihrem Weg in die Selbständigkeit zu unterstützen. Rudolf Marty, Stiftungsratspräsident der GEBERT RÜF STIFTUNG: « Es ist Ziel und Aufgabe der GEBERT RÜF STIFTUNG, Lücken zu suchen und in einer frühen Phase mit einer Risikofinanzierung Projekte anzuschieben. Dass mit NETS eine nachhaltige Wirkung erreicht wurde, sieht man aus den Resultaten: So konnte das Programm nach fünf Jahren in das Bundesprogramm venturelab – dort als Programm venture leaders – verankert werden. Die Zahlen zeigen zudem deutlich den Erfolg für den Wirtschaftsstandort Schweiz.»

Startup-Förderung ist keine Aufgabe für den Alleingang
Das nationale Startup-Training venturelab war 2004 von der Förderagentur für Innovation KTI ins Leben gerufen worden. Das Programm NETS passte ausgezeichnet zum bestehenden Angebot. Walter Steinlin, Präsident der KTI meint: «Die KTI sponsert Trainings in Unternehmertum und ist dabei äusserst erfolgreich. Um Hightech-Startups gezielt zu fördern, bieten wir massgeschneiderte Programme an und arbeiten eng mit anderen Akteuren wie beispielsweise der GEBERT RÜF STIFTUNG zusammen, denn Startup-Förderung ist keine Aufgabe für den Alleingang. Nur das Netzwerk, das ineinander verzahnte Räderwerk bringt den gewünschten Erfolg.»

Beziehungen Schweiz – USA stärken
Die Resultate der intensivierten Startup-Förderung sind laut Pascal Marmier, Direktor von Swissnex Boston auch im Ausland spürbar: «Nimmt man die Preisträger als einen Barometer für Schweizer Unternehmertum, ist festzustellen, dass die Schweiz in den letzten Jahren aufgeholt hat und nun in einer sehr vielversprechenden Position für weltweit erfolgreiche Hightech-Aktivitäten steht.» Und Donald S. Beyer, US-Botschafter in der Schweiz und Gastgeber des Jubiläumsanlasses kommentiert: «Die Gewinner überzeugen in ihren Präsentationen mit einem unglaublichen Drive. Programme wie NETS/venture leaders leisten einen wichtigen Beitrag, um die Beziehungen zwischen der Schweiz und den USA zu stärken – und das nicht nur auf technologischer, sondern auch auf wirtschaftlicher Ebene.» In diesem Sinn hilft das Training auch wiederum den Startups, die während der zehn Tage viele vielversprechende Kontakte knüpfen können. Jan Lichtenberg, CEO von InSphero und diesjähriger Gewinner meint: «Wir haben nicht erwartet, dass uns das Networking mit US-Unternehmern so schnell zum Erfolg bringt. Dank den exzellenten Kontakten von Swissnex Boston und den Organisatoren gelang es uns, während diesen Tagen eine Präsentation beim Management von Novartis Research zu organisieren. Diesen Herbst fliegen wir bereits für weitere Verhandlungen wieder nach Boston.»

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.