130‘000 Franken für süsse Impfstoffe

Mit einer neuen Generation von Impfstoffen, die auf Zucker basieren, rückt Malcisbo Bakterien und Würmern bei Tieren zu Leibe. Für ihre innovative Technologie erhält das Startup 130‘000 Franken von venture kick.

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Malcisbo: ein erfolgreiches Gründerteam

Rund 400 Millionen Menschen erkranken weltweit pro Jahr an Darminfektionen, die durch Campylobacter-Bakterien verursacht werden. Diese Bakterien stellen in der westlichen Welt die grösste Infektionsquelle für verunreinigtes Pouletfleisch dar. Sie leben als Kommensalen im Darm der Hühner und gelangen beim Schlachtprozess ins Fleisch.

Impfstoffe unters Trinkwasser mischen
Bis anhin gab es keine Möglichkeit, die Hühner gegen den Bakterienbefall auf effiziente Weise zu impfen. Das ändert sich nun mit dem süssen Impfstoff von Malcisbo. Da dieser wasserlöslich ist, kann er unter das Trinkwasser gemischt werden. Dr. Lino Camponovo, Mitgründer des Startups meint dazu: «Das ist eine sehr schonende, effiziente, zeitsparende und kostengünstige Variante des Impfens von Tausenden von Tieren.»

Gegen den Wurmbefall bei Schafen und Ziegen
Das ist aber nicht das einzige Produkt, das Malcisbo auf den Markt bringen will. Bereits in Entwicklung ist ein Impfstoff für Schafe und Ziegen, die des Öfteren an einem Wurmbefall leiden, der zu Blut- und Proteinverlusten führt. Zudem ist es laut den Firmengründern durchaus denkbar, in einem weiteren Schritt die Produktpalette zu vergrössern und auch Impfstoffe für den Menschen anzubieten.

Ein Team, das für den Erfolg steht
Dass die Investoren an das Gründerteam von Malcisbo mit Dr. Bruno Oesch, Prof. Dr. Markus Aebi, Dr. Irene Schiller und Dr. Lino Camponovo glauben, zeigt sich an der Vielzahl der Preise, die das Startup bis zum jetzigen Zeitpunkt eingeheimst hat. Neben den drei Stufen bei venture kick hat Malcisbo auch bei Venture2010 in der Phase I (Geschäftsidee) zu den Gewinnern gehört und es in der Phase II ( Businessplan-Wettbewerb) auf den zweiten Platz geschafft.

Nochmals 130‘000 Franken für SenseFly
Neben Malcisbo hat das EPFL-Startup SenseFly die letzte Hürde bei venture kick gemeistert und ebenfalls 130‘000 Franken gewonnen. Das Team um Jean-Christophe Zufferey hat einen vollautomatischen Miniflieger entwickelt, der mit einer Kamera ausgestattet ist und per Computer gesteuert werden kann. Einsetzbar ist der «fliegende Fotoapparat» beispielsweise bei der Beobachtung und Kontrolle von zerstörten Gebieten bei Naturkatastrophen.

5 Millionen Franken ausgeschüttet
Seit Start der Initiative im Herbst 2007 hat venture kick knapp fünf Millionen Franken ausgeschüttet. Von der Finanzspritze haben 127 Startup-Teams aus den unterschiedlichsten Fachbereichen profitiert. Eine laufende Umfrage unter den Gewinnern zeigt, dass 80 Firmen gegründet und mehr als 400 Arbeitsplätze geschaffen wurden.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.