De Vigier: eine halbe Million für innovative Startups

Pearltec, greenTEG, Nanotion, Aïmago und Memonic haben den mit insgesamt 500‘000 Franken dotierten Gründerpreis der W.A. de Vigier Stiftung gewonnen.

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Glückliche Gewinnerin: Patrizia Fischer von Pearltec

Mehr als 200 Unternehmer, Investoren und Förderer von Jungfirmen trafen sich gestern in Solothurn, um der 22. Verleihung des renommierten Preises der W.A. de Vigier Stiftung beizuwohnen. Drei der Gewinner, Pearltec, Nanotion und greenTEG, haben bereits von venture kick eine erste Anschubfinanzierung erhalten.

Nie mehr verwackelte Tomografien dank Pearltec
Das Startup-Team mit Patrizia Fischer an der Front entwickelt und vermarktet eine neue Generation von Patienten-Lagerungshilfen, die es ermöglichen, Körperteile über längere Zeit zu fixieren, ohne dass es dem Patienten unbequem wird. Zum Einsatz kommen die mit Styroporkügelchen gefüllten Hüllen bei bildgebenden Untersuchungen wie CT und MRI, wo sie ungewollte Bewegungen der Patienten verhindern sollen. Damit entfallen die bisher notwendigen und sehr teuren Wiederholungen von verwackelten Aufnahmen.

greenTEG verwandelt Wärme in Strom
Die thermoelektrischen Generatoren von greenTEG erzeugen Strom aus Wärme. Neu ist das Prinzip nicht. Allerdings waren die bisher existierenden TEG relativ teuer und mechanisch unflexibel. Ganz im Gegensatz zum Produkt von Etienne Schwyter und seinem Team: Der von ihnen entwickelte Generator, der aus einem sehr biegsamen Material besteht, kann kostengünstig produziert werden und ist durch seine Flexibilität auch in neuen Bereichen anwendbar. So zum Beispiel bei Automotoren, wo 70 Prozent des Treibstoffs in Wärme verpufft.

Nanotion dringt ins Reich der Nanopartikel vor
Dem ETH Spin-off Nanotion (alias Nanolytix) ist es gelungen, eine Technologie zu entwickeln, die Nano-Partikel in Flüssigkeiten mit hoher Genauigkeit nachweisen kann. Die winzig kleinen Partikel finden in verschiedensten Branchen – von der Nahrungsmittelindustrie über die Kosmetik bis zur Medikamentenforschung – Anwendung. Um den Preis persönlich entgegennehmen zu können, brach Christopher Latkoczy sogar das venture leaders Programm in Boston zwei Tage früher ab.

Ehrung eines Startup-Förderers
Die hochstehende Qualität der gegründeten Firmen ist nicht zuletzt das Resultat einer starken und wachsenden Schweizer Förderszene. Um der Leistung der Männer und Frauen Rechnung zu tragen, die einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der Firmen leisten, dabei aber oft im Hintergrund bleiben, hat die W.A. de Vigier Stiftung die Auszeichnung «Förderer von Jungunternehmen des Jahres» lanciert. Sie wurde in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben. Erster Preisträger ist Dr. Urs Althaus, Headcoach der Förderagentur des Bundes für Innovation KTI.

Ausbau der Unterstützung durch die W.A. de Vigier Stiftungl
Unter der Leitung des Geschäftsführers der W.A. de Vigier Stiftung, Jean-Pierre Vuilleumier, der auch als Trainer bei venturelab aktiv ist, wird das Unterstützungsangebot der Stiftung im laufenden Jahr ausgebaut. Neu hinzukommen wird eine Alumni Organisation und ein sogenanntes Boot Camp für die diesjährigen Gewinner und Nominees. Während die Firmengründer im viertägigen Camp in intensiven Workshops an zentralen Themen wie Finanzen und Verkauf arbeiten, stehen bei den Alumni-Treffen aller bisherigen Preisträger das Networking und der Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.