Finanzspritze für Habtronics und F-Gen

venture kick fördert zwei ETH-Projektteams für die Weiterentwicklung ihrer Geschäftsideen mit je 20'000 Franken. Giorgia Valsesia von F-Gen und Serge Weydert von Habtronics ist es gelungen, die venture kick Jury vom Potential ihrer Projekte zu überzeugen.

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Giorgia Valsesia von F-Gen und Serge Weydert von Habtronics

Jährlich gibt es in der EU rund 600'000 Hirnschlag-Patienten, die anschliessend in ihrer Bewegungsfähigkeit beim Laufen eingeschränkt sind. In einem langwierigen Prozess müssen sie das Gehen neu einstudieren. Mit dem entwickelten Gerät von Habtronics dürfte das in Zukunft einfacher und kostengünstiger werden.

Ohne durchgehende Aufsicht trainieren
Dem Team von Serge Weydert und Kean Madjdpour von der ETH Zürich ist es gelungen, ein mechanisches Gerät zu entwickeln, das Patienten mit neurologischen Krankheiten das Üben und Wiedererkennen von geschädigten Bewegungsfunktionen ermöglicht. Dieses ist so konzipiert, dass die Betroffenen nach einer Einführung auch ohne therapeutische Hilfe trainieren können. Im Vergleich zu Konkurrenzprodukten ist das Gerät von Habtronics zudem viel kostengünstiger, so dass sich dessen Anschaffung nicht nur für Spitäler, sondern beispielsweise auch für Privatpraxen von Physiotherapeuten lohnt. Weydert: «In dem die Patienten auch ohne konstante Anwesenheit von Therapeuten an ihren Bewegungsfunktionen arbeiten können, hat der Therapeut wiederum die Möglichkeit in weniger Zeit mehr Patienten zu behandeln. Deshalb zahlt sich für ihn der Kauf unseres Geräts doppelt aus.»

Weisse Biotechnologie im Vormarsch
Aus einer ganz anderen Ecke stammt die Geschäftsidee von Giorgia Valsesia und ihrem Team. Die ETH-Forschenden widmen sich der weissen Biotechnologie und haben für industrielle Produktionsverfahren eine Screening-Plattform und eine Produktelinie entwickelt. Mit ihrem Vorhaben gehen sie einem Trend nach, von dem allgemein viel erwartet wird. Durch den Einsatz von biologischen und biochemischen Kenntnissen sollen bestehende Produktionsverfahren, zum Beispiel für Grund- oder Feinchemikalien, optimiert werden. Andere Anwendungsbereiche der weissen Biotechnologie bestehen in der Reduzierung der Rohstoffabhängigkeit durch die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen oder der Entwicklung von Lösungen mit hohem Wertschöpfungspotenzial, beispielsweise durch die Nutzbarmachung von biologischen Stoffwechselwegen mit gentechnischen Methoden.

80 Firmengründungen seit Start von venture kick
Noch diesen Monat wollen Giorgia Valsesia und ihr Team ihre Firma F-Gen definitiv gründen. Damit wären sie von den 115 Projektteams, die venture kick bis anhin finanziell unterstützt hat, das 81ste, das die Firmengründung effektiv vollzieht. Ziel von venture kick ist es, die Zahl der Unternehmensgründungen an Universitäten, technischen Hochschulen und Fachhochschulen zu verdoppeln. Dazu wird ein Startkapital von bis zu 130‘000 Frankenausgerichtet. Monatlich erhalten jeweils acht Projekte die Chance, sich vor einer Jury, bestehend aus erfolgreichen Unternehmern und Investoren, zu präsentieren. Die vier Gewinner erhalten je 10'000 Franken und qualifizieren sich automatisch für die zweite Runde drei Monate später. Dort geht es um 20'000 Franken, die wiederum an die «bessere Hälfte» der Projektteams ausgeschüttet werden. In der dritten Runde sind dann nach weiteren sechs Monaten die letzten 100'000 Franken zu gewinnen.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.