Strom aus dem Automotor dank greenTEG

Basierend auf einer Doktorarbeit hat das Startup-Team von greenTEG einen thermoelektrischen Mini-Generator entwickelt, der die Konkurrenzprodukte punkto Preis und Material weit hinter sich zurücklässt. Beim Projektstart haben die Firmengründer auch von venturelab und venture kick profitiert.

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Der Mini-Generator von greenTEG
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Mitgründer Etienne Schwyter

Überall wo Temperaturunterschiede zwischen einer Wärmequelle und der Umgebungstemperatur bestehen, sind thermoelektrische Generatoren (TEG) einsetzbar, um Strom zu produzieren. Da kommt schnell die Frage auf, wieso diese Technologie nicht schon früher und häufiger eingesetzt wurde. Die Antwort liegt im hohen Preis und der suboptimalen Materialverwendung.

Kostengünstiger, flexibler und vielfältig anwendbar
Dies ändert sich jetzt: Waren die bisher existierenden TEG relativ teuer und mechanisch unflexibel, kann das Produkt von greenTEG genau in diesen zwei Punkten trumpfen. Der von ihnen entwickelte Generator, der aus einem sehr biegsamen Material besteht, kann kostengünstig produziert werden und ist durch seine Flexibilität auch in neuen Bereichen anwendbar. So zum Beispiel bei Verbrennungsmotoren. Etienne Schwyter, Mitgründer des Startups: «Bei Verbrennungsmotoren, beispielsweise im Auto, verpufft 70 Prozent des Treibstoffs in Wärme. Unser Generator wandelt diese Wärme in Elektrizität um. Im Auto kann so die Lichtmaschine entlastet oder gar ersetzt werden, die für 10 Prozent des Benzinverbrauchs verantwortlich ist. So kann man Treibstoff sparen und den CO2-Ausstoss reduzieren.» Die Automobilhersteller zeigen sich dementsprechend interessiert. Erste Prototypen konnte greenTEG bereits verkaufen.

Am Anfang die Idee
Entstanden ist die Idee am Lehrstuhl für Mikro- und Nanosysteme an der ETH Zürich. Der erste Schritt machte greenTEG CEO Wulf Glatz mit seiner Doktorarbeit, in der er flexible thermoelektrische Generatoren entwickelte und 1x1cm grosse Prototypen herstellte. Etienne Schwyter: «Damit verfolgte Wulf ursprünglich das Ziel, drahtlose Sensorsysteme mit elektrischer Energie zu versorgen, um einen wartungsfreien Betrieb zu ermöglichen. Im Rahmen meiner Folgedoktorarbeit und mit der Unterstützung von Lukas Durrer, konnte die Fertigung und das Produkt dann soweit optimiert werden, dass es nun auf dem Markt grossen Anklang findet.»

Vom Labor auf den Markt
Auf dem Weg vom Labor auf den Markt haben auch venture kick und venturelab Starthilfe geleistet. Etienne Schwyter besuchte beispielsweise den Semesterkurs venture challenge: «Dort habe ich mein Wirtschaftsverständnis erweitert und konnte mir ein gutes Kontaktnetzwerk zu Investoren, Beratern und anderen Jungunternehmern aufbauen.» Das war für greenTEG umso wichtiger, da das Startup für den intensiven Weiterentwicklungs- und Fertigungsprozesses des TEG auf Fremdkapital angewiesen ist. Schwyter: «Bis die erste Produktserie vom Band rollt, dauert es voraussichtlich noch zwei Jahre. Dafür benötigen wir einen Kapitalbedarf im tiefen einstelligen Millionenbereich. Diesen Betrag konnten wir nun durch persönlichen Einlagen, drei Investoren mit einem wandelbaren Darlehen, Wettbewerbspreisgeldern und Drittmittelprojekten wie etwa einem KTI-Projekt und Gebert Rüf Stiftungsbeiträgen decken.»

Tipps für die Investorensuche
Für andere Startup-Gründer, die ebenfalls auf Kapitalsuche sind, hat Schwyter auch einen Tipp parat: «Nutzt die zahlreichen Möglichkeiten wie beispielsweise venture kick, die den Startups in neuster Zeit geboten werden, um euch und eure Firma den Investoren persönlich vorzustellen. Denn der Teamgeist und der Drive eines Startup-Teams sind den Investoren mindestens so wichtig, wie die glänzende Geschäftsidee!»

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.