Neue Wege in der Knochenchirurgie und Videospiele für die Rehab

Ein Roboterarm mit einem Präzisionslaser, aktivierende Videospiele für Schlaganfall-Patienten und Bildanalyse direkt in der Zelle: Letzte Woche triumphierten bei venture kick Projekte mit Schwerpunkt Life Sciences.

BrunoAlfredo_Zeilhofer_Juergens_CARLO_news.JPG
Philipp Jürgens, Hans-Florian Zeilhofer und Alfredo E. Bruno (l. nach r.): Die Gründer von Carlo haben auch von venturelab profitiert
ictus_glove_news.jpg
Der verkabelte Handschuh von iCTus

Gleich in zwei Sessions hintereinander war das Urteil der venture kick Jury gefragt: Einmal bei venture pitch, bei dem neue Projektteams in den Förderwettbewerb aufgenommen werden und bei venture case, der zweiten Wettbewerbsstufe, in der es um 2x20‘000 Franken geht. Die Gewinner kurz vorgestellt.

Carlo: erfahrene Mediziner am Werk
Carlo ist nicht etwa der Name des Projektträgers, sondern steht für «Computer Assisted and Robot-Guided Laser Osteotome». Mit ihrem Roboterarm, der mit einem Präzisionslaser ausgestattet ist, wollen die renommierten Projektträger Alfred E. Bruno, Dr. Philipp Jürgens und Professor Hans-Florian Zeilhofer die Knochenchirurgie revolutionieren. Ihr Tool ermöglicht es, Knochen nicht nur linear sondern in verschiedensten Formen zu schneiden. Damit eröffnen sich für die Knochenchirurgie völlig neue Wege. Alfredeo E. Bruno meint dazu: «Mit unserem Laser ist schlussendlich auch die Fantasie der Chirurgen gefragt.» Zudem zeigen Tests, dass dank «Carlo» der Heilungsprozess erleichtert wird. Für ihr Projekt erhielt das Team bei venture case weitere 20‘000 Franken.

Ergotherapie am Computer
Wer eine Hirnverletzung erlitten hat, muss je nachdem ganze Bewegungsabläufe neu einstudieren. Dabei sollen in Zukunft unterhaltsame Computerspiele helfen, die den Patienten weitaus mehr motivieren als bisherige Therapien. Dafür haben Kynan Eng und Oliver Ullmann von iCTuS einen Handschuh entwickelt, der mit dem Computer verkabelt ist und die virtuellen Arme auf dem Bildschirm bewegen kann. Schlüpft nun der Patient in den Handschuh, trainiert er via einem Videogame, bei dem er beispielsweise Hasen abknallen und Karotten in Körbe versorgen muss, seine Feinmotorik, lernt wieder zu greifen und seine Arme zu drehen. Auch diese Geschäftsidee erhält eine weitere Finanzspritze von 20‘000 Franken.

Wirkung von Medikamenten in der Zelle beobachten
Um computergestützte Bildanalyse geht es bei Cellvision. Mit seiner Technologie will Pauli Rämö von der ETH Zürich die Wirkung von Medikamenten direkt in der Zelle beobachten. Seine Idee überzeugte die Jury und wurde somit im venture pitch mit 10‘000 Franken gefördert.

Ersatz für Medikamente zur Behandlung von hyperpigmentierten Läsionen
Ebenfalls die erste Runde erfolgreich gemeistert haben Kasraee Behroz, der mit einem neuen Wirkstoff die jetzigen Medikamente zur Behandlung hyperpigmentierter Läsionen konkurrenzieren will, Nicolas Durand von Abionic, der neue diagnostische Tests auf den Markt bringt und Sascha Jaumann, der an der ETH Zürich eine Fräsmaschine entwickelt hat, die in Sachen Höchstpräzision und Mikrobearbeitung neue Standards setzt.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.