Im Kampf gegen die Alzheimer’sche Krankheit

Neurimmune Therapeutics AG heisst der diesjährige Gewinner des ZKB Pionierpreises TECHNOPARK®. Das Startup um Dr. Jan Grimm, Prof. Christoph Hock, Prof. Roger Nitsch und Dr. Michael Salzmann überzeugte die Jury durch seine weltweit einmalige Forschungsarbeit für die Entwicklung von Medikamenten zur Prävention und Therapie der Alzheimer’schen Krankheit.

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Das Team des Preisgewinner Neurimmune Therapeutics

Zum 20. Mal wurde dieses Jahr im Technopark Zürich der ZKB Pionierpreis TECHNOPARK® vergeben. Dies war nicht das einzige Jubiläum, das es zu feiern gab. Seit zehn Jahren ist die Zürcher Kantonalbank als Hauptsponsor an Bord des Preises, der durch die Stiftung TECHNOPARK® verliehen wird. Vergeben werden jährlich 10‘000 x π hoch 2 Franken, also knapp 100‘000 Franken.

Neue Wege dank der richtigen Frage
Wieso den Spiess nicht mal kehren, dachte sich Preisgewinner Neurimmune Therapeutics. Während die meisten danach fragen, was krank macht, forschten sie nach den Ursachen, die alte Menschen gesund halten. Aus diesem bahnbrechenden und für die westliche Medizin absolut revolutionären Ansatz entwickelte das Startup ein neues Verfahren, die sogenannte Reverse Translational Medizine™ oder kurz RTM™.

Gesunde Menschen im Fokus
Im Fokus steht dabei der gesunde Mensch. So zum Beispiel der 77-jährige Bahadur Sherchan, der letzten Mai noch den Mount Everest erklomm. Ebenfalls interessant für ihre Forschung sind zudem Erkrankte, die einen ungewöhnlich milden oder komplett stabilen Krankheitsverlauf verzeichnen. Tatsächlich konnte dann auch in Studien gezeigt werden, dass solche Menschen spezifische Antikörpermoleküle besitzen, die gegen die charakteristischen, verklumpten Eiweiss-Ablagerungen für Alzheimer-Erkrankungen im Hirn protektiv wirken.

Für Immun-Therapien einsetzbar
Auf dieser Basis hat Neurimmune eine Technologie-Plattform entwickelt, welche die genetischen Baupläne solcher Antikörpermoleküle entschlüsseln und nachbauen kann. Die daraus gewonnenen Wirkstoffe sollen für Immun-Therapien eingesetzt werden. Im Vergleich zu bisherigen Methoden weisen die durch RTM™ entwickelten Wirkstoffe nicht nur eine höhere Verträglichkeit auf, sondern können auch kostengünstiger und schneller produziert werden.

Erfolgreiches Geschäftsmodell
Um schon bald die ersten Medikamente auf den Markt zu bringen, ging Neurimmune Therapeutics 2007 eine strategische Partnerschaft mit dem US-Biotech-Konzern Biogen Idec ein. Zudem entwickelten die Firmengründer ein äusserst erfolgreiches Geschäftsmodell, bei dem nach jedem Entwicklungsschritt durch den Verkauf von Lizenzen bereits Einnahmen generiert werden.

Drei Finalisten = drei venturelab-Alumni
Laut Dr. Thomas von Waldkirch, Präsident der Stiftung TECHNOPARK® Zürich, war es dieses Jahr besonders schwierig, unter den Bewerbungen mit ausserordentlich hoher Qualität die Finalisten auszuwählen. In die letzte Runde schafften es schlussendlich drei Startups, die auf ihrem Weg zum Erfolg alle von venturelab profitiert hatten. Neben dem Gewinner Neurimmune Therapeutics erreichten die Startups Dacuda und FemtoTools die Finalistenrunde.

Kurzweiliges Programm und hochkarätige Referenten
Die diesjährige Preisverleihung fand im Rahmen eines Anlasses mit rund 350 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft im TECHNOPARK® Zürich statt. Nebst der Laudatio von Dr. Thomas von Waldkirch, erzählte Dr. Andreas Schönenberger, noch Country Manager Google Schweiz, von den Erfolgsfaktoren des Suchmaschinengiganten. Den Preis, mit dem jedes Jahr ein hoch innovatives Projekt an der Schwelle zum Markteintritt prämiert wird, überreichten die Referenten und Dr. Martin Zollinger, Mitglied des Bankpräsidiums der Zürcher Kantonalbank, Hauptsponsorin des renommierten Jungunternehmerpreises.

Weiterführende Links

annual report 2013

Mehr als 11 Mio. an Startkapital, über 298 finanzierte Startups, mehr als 464 Mio. an Folgefinanzierungen und 2433 neue Jobs - dies ist der Erfolgsausweis von venture kick seit die private Initiative im Herbst 2007 ins Leben gerufen wurde (Konsortium).

annual report 2013

Eine philanthropische Initiative eines privaten Konsortiums

Wissenschaftliche Innovationen in die Marktwirtschaft zu transferieren und damit nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen ist der Schlüssel für sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand. Startups sind besonders in den Anfängen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die weder von öffentlichen Geldern, noch von privaten Investoren abgefedert werden. Diese Lücke zu schliessen und Startups in einer sehr frühen Phase zu unterstützen ist wichtig und eine philantropische Aufgabe.